Das Eröffnungsspiel der Fussball-Weltmeisterschaft 2026 in Mexiko findet vor dem Hintergrund zahlreicher Proteste, Streikdrohungen und logistischer Probleme statt. Nach Angaben verschiedener Interessengruppen sind für die Tage rund um die Partie zwischen Gastgeber Mexiko und Südafrika im Aztekenstadion Demonstrationen und Blockaden angekündigt worden.
Mario Guzman/Keystone
Besonders aufmerksam verfolgt wird der Konflikt mit Teilen der nationalen Lehrergewerkschaft. Die Demonstranten fordern deutlich höhere Löhne und haben bereits ein Protestlager in Mexiko-Stadt errichtet. In den vergangenen Tagen kam es zu Zusammenstössen mit der Polizei. Vertreter der Bewegung richteten ihre Forderungen ausdrücklich an die Regierung und drohten mit Störungen rund um den WM-Auftakt. «Wenn es keine Lösung gibt, rollt der Ball nicht», erklärten Aktivisten.
Zusätzliche Spannungen entstehen durch einen langjährigen Streit um Logen- und Tribünenplätze im Aztekenstadion. Besitzer historischer Nutzungsrechte werfen der Fifa vor, zugesicherte Eintrittsrechte zu missachten. Der Konflikt beschäftigt bereits die Gerichte. Vertreter der betroffenen Organisation kündigten weitere rechtliche Schritte an, falls ihnen der Zugang verweigert werde.
Für den Eröffnungstag sind zudem Kundgebungen von Angehörigen Vermisster angekündigt. Nach Angaben der Organisatoren gelten in Mexiko derzeit rund 130.000 Menschen als vermisst. Die Familien wollen die internationale Aufmerksamkeit der Weltmeisterschaft nutzen, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Gleichzeitig planen Logistik- und Bauernverbände Strassenblockaden in mehreren WM-Städten. Die Lastwagenfahrer verlangen besseren Schutz vor Überfällen auf Fernstrassen, die Bauern fordern staatliche Unterstützung und garantierte Mindestpreise für Agrarprodukte.
Erschwerend kommen starke Regenfälle hinzu. In Teilen von Mexiko-Stadt stehen Strassen unter Wasser, Abschnitte des U-Bahn-Netzes sind beeinträchtigt, zahlreiche Bäume und Strommasten wurden beschädigt. Wetterdienste rechnen damit, dass die Niederschläge bis mindestens zum 12. Juni anhalten.