Unionistische Demonstranten greifen Polizisten mit Feuerwerk an. Sie errichten Strassenbarrikaden, fackeln einen Bus ab.
Krawallszenen, wie man sie in Nordirland jeden Sommer kennt. Doch diesmal haben nicht Spannungen zwischen irischen Nationalisten und Unionisten die Ausschreitungen ausgelöst.
Vielmehr hatte am späten Montagabend ein sudanesischer Asylbewerber einen Mann auf offener Strasse mit einem Messer lebensgefährlich attackiert. Die unionistischen Einheimischen sehen ihre Stellung zusehends zweifach bedroht. Durch die Migration sowie die politischen Verhältnisse in der Provinz: In den letzten hundert Jahren stellten die Unionisten, die loyal zu Grossbritannien stehen, die Bevölkerungsmehrheit. Doch sie haben ihre Überzahl gegenüber den katholischen Nationalisten vielerorts verloren, sehen sich plötzlich als bedrohte Minderheit.
Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Zusätzlich reisen seit einigen Jahren Migranten ungehindert nach Nordirland, viele von ihnen sind aus dem Süden der Insel zugezogen. Auf Verständnis können die Unionisten in ihrer Not nicht zählen. Denn sie haben das Pech, auf der falschen Seite der Geschichte zu stehen, ähnlich wie die Nachfahren der Buren in Südafrika, die baltischen Russen oder die deutschsprachigen Tschechen.
So wehren sich diese Nordiren auf ihre Art. Ebenso wütend wie hilflos.