Am 15. Mai beginnen die Eishockey-Weltmeisterschaften in der Schweiz. Letztmals fanden sie 2009 hier statt. 2020 hätte die WM wieder in der Schweiz durchgeführt werden sollen, aber Corona verhinderte die Pläne.
Das ist eine Ironie der Geschichte, denn Corona ist auch der Grund dafür, dass die Schweizer Nationalmannschaft ohne ihren bisherigen Trainer Patrick Fischer antreten wird. Der Eishockey-Verband hat ihn aufgrund der Affäre um sein gefälschtes Covid-Zertifikat per sofort freigestellt.
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Keine Frage, dass die Funktionäre damit auf den riesigen medialen Druck reagieren, der in den letzten Tagen entfesselt worden ist. Denn zunächst hatte es geheissen, die Sache sei abgeschlossen, da sie juristisch erledigt sei: Fischer hat seine Strafe bereits 2023 erhalten und bezahlt.
Und nun plötzlich die Neubewertung: Der Trainer habe «Werte und Respekt, die für Swiss Ice Hockey zentral sind», nicht gelebt, moralisiert der Verband in einer Mitteilung.
«Vertrauen und Integrität sind zentral in unserem Sport», heisst es weiter. Es klingt mehr nach einer Kirchgemeinde als nach einem Sportverband. Gleichzeitig entschuldigt sich der Verband, dass man diesem Aspekt in der ersten Beurteilung «zu wenig Beachtung geschenkt» habe.
Damit knickt Swiss Ice Hockey schlicht vor der völlig überdimensionierten Kampagne der Medien gegen den überaus erfolgreichen Nationaltrainer ein. Fischers unbestrittene Leistungen für das Schweizer Eishockey und das sportliche Abschneiden an der kommenden Heim-WM werden weniger hoch gewichtet als der Wunsch, vor übereifrigen Journalisten gut dazustehen.