Das Staatssekretariat für Migration (SEM) baut 108 Stellen ab und setzt damit seinen Sparkurs im Asylbereich fort. Darüber berichtet der Blick. Es handelt sich um den zweiten grösseren Personalabbau innerhalb kurzer Zeit, nachdem Anfang 2026 bereits 83 Stellen im Asylbereich weggefallen waren.
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Mehr als die Hälfte der nun gestrichenen Stellen war befristet. Die Mitarbeitenden waren laut Bericht eingestellt worden, um aufgelaufene Pendenzen bei der Bearbeitung von Asylgesuchen abzubauen. Da sich der Rückstand dem Ende nähere, würden diese Arbeitsverhältnisse nicht verlängert.
Weitere Stellenstreichungen betreffen festangestellte Mitarbeitende. Diese stehen im Zusammenhang mit dem von National- und Ständerat beschlossenen Sparpaket. Die betroffenen Beschäftigten sollen noch im laufenden Monat informiert werden. Die Kündigungen treten demnach Anfang 2027 in Kraft.
Insgesamt reduziert sich der Personalbestand des SEM um rund 6 Prozent auf etwa 1280 Vollzeitstellen. Hintergrund ist die rückläufige Zahl von Asylgesuchen. Der Bund hatte in den Jahren mit hohen Flüchtlingszahlen zusätzliches Personal aufgebaut, um die Verfahren zu bewältigen. Zuletzt wurden zudem sechs Bundesasylzentren vorübergehend geschlossen, weil die Zahl der Gesuche unter den Erwartungen lag.
Bundesrat Beat Jans hatte noch 2024 vor einem Stellenabbau bei sinkenden Asylzahlen gewarnt. In einer Bilanz seiner ersten Monate im Amt bezeichnete er frühere Personalreduktionen als «Fehler». Dadurch hätten bei später steigenden Flüchtlingszahlen die notwendigen Arbeitskräfte gefehlt, was zu einem erheblichen Pendenzenberg geführt habe.
Sollten die Asylgesuche künftig wieder deutlich ansteigen, dürfte das SEM nach Einschätzung des Berichts erneut zusätzliches Personal benötigen, um die Verfahren fristgerecht bearbeiten zu können.