Nach dem Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta sind bereits rund 48.000 Migranten nach Marokko zurückgekehrt. Das teilte das spanische Innenministerium am Freitag mit. Zuvor waren innerhalb weniger Tage nach Angaben des Regionalpräsidenten von Ceuta rund 60.000 Menschen von Marokko aus in die spanische Exklave gelangt.
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Die spanische Regierung reagierte mit einem Grossaufgebot an Sicherheitskräften. Madrid entsandte zusätzliche Soldaten, Polizisten, Drohnen, Boote und Taucher zur Sicherung der Grenze. Ministerpräsident Pedro Sánchez reiste gemeinsam mit Innenminister Fernando Grande-Marlaska nach Ceuta. Nach Behördenangaben kamen mindestens 34 Menschen ums Leben, als sie versuchten, die Enklave schwimmend zu erreichen.
Sánchez machte Schleusernetzwerke für den plötzlichen Zustrom verantwortlich. Diese hätten ein Urteil des spanischen Obersten Gerichts, wonach irregulär auf dem Seeweg eingereiste Migranten nicht unmittelbar zurückgewiesen werden dürfen, gezielt falsch ausgelegt und entsprechende Gerüchte verbreitet.
Die Migrationswelle löste europaweit politische Reaktionen aus. Frankreich verschärfte die Kontrollen an der Grenze zu Spanien und bot Madrid Unterstützung an. Italien forderte, Spanien vorübergehend aus dem Schengen-Raum auszuschliessen; Finnland und Dänemark schlossen sich dieser Forderung an. EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete die Szenen in Ceuta als «inakzeptabel» und betonte, niemand dürfe ohne Einhaltung der europäischen Regeln in die Union gelangen.
Auch aus den USA kam Kritik. Das US-Aussenministerium warf der spanischen Regierung vor, die illegale Migration nach Europa bewusst zu erleichtern. Präsident Donald Trump bezeichnete die Bilder aus Ceuta als Warnung vor den Folgen unkontrollierter Migration. Vizepräsident JD Vance sprach von einer Mahnung, welche Konsequenzen eine Politik der Masseneinwanderung haben könne.