SP-Nationalrätin Anna Rosenwasser hängt mit ihren «Bundes-Büsis» im Ständeratssaal rum als wäre die kleine Kammer eine WG
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SP-Nationalrätin Anna Rosenwasser hängt mit ihren «Bundes-Büsis» im Ständeratssaal rum als wäre die kleine Kammer eine WG

Die Zürcher SP-Nationalrätin Anna Rosenwasser sitzt ganz cool wie eine junggebliebene Kanti-Lehrerin auf dem grossen Tisch mitten im Ständeratssaal. Vor ihr, auf den Stühlen der gewählten Standesvertreter, haben junge Erwachsene Platz genommen. Eine Person in einem pyjamaartigen Dress mit Dino-Sujets sitzt auf dem Boden. Die Polit-Influencerin hat diese Szenerie auf ihrem Instagram-Account festgehalten.

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SP-Nationalrätin Anna Rosenwasser hängt mit ihren «Bundes-Büsis» im Ständeratssaal rum als wäre die kleine Kammer eine WG
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Die äusserliche Frivolität auf dem Bild erinnert an eine Studenten-WG und passt gar nicht zum altehrwürdigen Ständeratssaal, wo nicht nur auf den Inhalt der Debatten, sondern auch auf das Äusserliche geachtet wird. «Die im Rat anwesenden Personen tragen eine schickliche Kleidung», heisst es im Geschäftsreglement.

Was will uns Rosenwasser mit der Ungezwungenheit sagen?

Sie habe sich nichts dabei gedacht und sich auf den Tisch gesetzt, weil sie nicht habe stehen wollen, sagt die SP-Politikerin im Gespräch. Sie organisiere regelmässig und von sich aus Führungen mit Interessierten durch die ehrwürdigen Gänge und Säle des Bundeshauses. Damit wolle sie jungen Menschen – sie nennt sie ihre «Bundes-Büsis» – die Schweizer Politik und deren Institutionen näherbringen.

Sie achte bei den Führungen darauf, dass sich alle an die Vorgaben der Parlamentsdienste hielten. Sie habe in keiner Weise beabsichtigt, mit den geposteten Bildern etwas zu inszenieren, das den Ständerat und die dortigen Gepflogenheiten blossstellen könnte.

Auf ihre persönliche Meinung zum Zweikammersystem und dessen gewollte Disproportionalität (eine Stimme aus dem Kanton Glarus wiegt 36-mal mehr als eine Stimme im Kanton Zürich) angesprochen, zeigt sich Rosenwasser dennoch kritisch. Die «Über-Repräsentativität» der Bevölkerung in konservativen Kantonen müsse zur Disposition gestellt werden, meint die Zürcherin. So ist sie etwa dagegen, dass die EU-Verträge dem obligatorischen Referendum und damit Volk und Ständen unterbreitet werden sollen.

Auch Ratspräsident Andrea Caroni ist der Rosenwasser-Rundgang nicht entgangen. Die respektvolle Nutzung des Ständeratssaales liege ihm am Herzen, teilt er auf Anfrage mit. «Während der Sitzungen wache ich persönlich darüber. Ausserhalb der Sitzungen zähle ich verstärkt auf die Eigenverantwortung der Ratsmitglieder mit ihren Besuchern», sagt der FDP-Ständerat aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden.

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