Als 1986 an der Piazza Navona in Rom eine McDonald’s-Filiale eröffnen sollte, stellte sich ein Mann mit wildem Haar und Bart entschlossen dagegen. Nicht mit Hassparolen, sondern mit herzhafter Pasta, die gratis verteilt wurde. Carlo Petrini, Publizist und Soziologe, rief eine globale Gegenbewegung zum Fast Food ins Leben. Er kämpfte gegen industriellen Einheitsbrei und ein Ernährungssystem, das Menschen zu anspruchslosen Konsumenten und Lebensmittel zum blossen Kostenfaktor machte. Die Bewegung hat die Welt des Essens verändert und wird sie weiterhin prägen. «Carlin», wie ihn seine Freunde nannten, starb letzte Woche mit 76 Jahren an seinem Geburtsort Bra im Piemont. ...