Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie aus dem Institut für fortgeschrittene Gegenwartskunde und angewandte konservative Studien zur internationalen Ausgabe von Weltwoche Daily. Die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt und zuversichtlich. Am Dienstag, dem 14. Juli, 14. Jue, das ist ja der grosse nationale Feiertag in Frankreich, wo tatsächlich eine Grösse besungen wird, die immer weniger Franzosen in ihrem Alltag entdecken können. Militärparaden, die stolzen, die schönen Uniformen. Sie schaffen für einen Moment die... Illusion einer Grande Nation, die nach wie vor auch militärisch bei den ganz bedeutenden und tonangebenden Kräften auf diesem Planeten mitspielt, mit einem besonderen Hang natürlich zur Inszenierung, zur Selbstinszenierung und für den taumelnden französischen Präsidenten Macron natürlich eine willkommene Gelegenheit, sich da in einer Scheingröße in einer Scheinstärke zu präsentieren, die nicht mehr den politischen Gegebenheiten entspricht. Dieser 14. Juvier fällt in einen Sommer, der leider viele beunruhigende Nachrichten bereithält. Das, was mir am meisten Sorge macht, ist die brandgefährliche Eskalationsdynamik um die Ukraine, die ja auch geistesgeschichtlich philosophisch zu ergründen, zu erfassen, versuche unter anderem mit diesem Buch eines der bedeutendsten, übrigens französischen Denkers des letzten und des frühen 21. Jahrhunderts, René Girard, der Kulturanthropologe, der Kulturwissenschaftler mit sehr breitem Horizont, tätig zuletzt während Jahrzehnten an der hochrenommierten Stanford University. und dort ist sein Name... Unter anderem deshalb auch besonders berühmt geworden, weil einer seiner Schüler international Furore machte. Es ist der Unternehmer, Investor und Multimilliardär Peter Thiel, der ja auch mit dezidierten Aussagen an die Öffentlichkeit tritt. Und die Weltwoche ist, glaube ich, eine der ganz wenigen Publikationen, die Peter Thiel schon länger und ausführlicher... interviewt hat als, ich glaube, jede andere Zeitung im europäischen Raum, vielleicht sogar auch in den Vereinigten Staaten von Amerika. Da gab es immerhin den einen oder anderen auch schon längeren Podcast, aber wir haben Thiel jetzt schon zum dritten Mal wirklich sehr, sehr ausführlich zu Wort kommen lassen. Und René Girard bleibt ein Fixpunkt seines Denkens. Und René Girard ist in der Tat hochinteressant, anregend. Brillant in seinen Gedankengängen, vielleicht etwas, wie viele Geisteswissenschaftler, allzu deterministisch, also allzu zwangsläufig und festgezurrt in seinen Thesen. Aber was er hier beschreibt, das hat einfach beängstigende Parallelen in der heutigen Wirklichkeit. Im Angesicht der Apokalypse, Klausewitz zu Ende denken. Er nimmt den preußischen Militärtheoretiker, der angesichts der napoleonischen Kriege von der Tendenz des Krieges zum Äussersten gesprochen hat. Und diese Formulierung hat Girard gepackt und bringt ihn zu einer sehr finsteren Gegenwartsdiagnose. Er sagt nämlich, dass die Menschen aufgrund ihrer immer stärkeren Gewaltmittel sozusagen zu Sklaven der Gewalt und der Eskalation geworden sind, dass ihnen alle hemmende Institutionen... abhanden gekommen sind, dass sie die Einschränkungen abschütteln, dass das Autoritätssystem der Religion, das eben auch hegend gewissermassen der Gewalt innewohnende Eskalationsgefahr eingeschränkt habe, das sei alles dahin und jetzt seien wir im Zustand einer nicht mehr zu bremsenden Eskalation, einer Verfürchterlichung des Krieges, einer Terrorisierung, einer terroristischen Zuspitzung und Ausweitung des Krieges und der Mensch stehe dieser Dynamik ziemlich ratlos gegenüber. Darum spricht René Girard von der Apokalypse, da natürlich geprägt vor allem auch durch seine katholische Konversion. beziehungsweise durch seine Wiederaufnahme des katholischen Glaubens 2005, glaube ich, in einer späteren Lebensphase. Er hat dazu auch geschrieben, gibt ein Buch darüber auch auf Deutsch. Und diese Apokalypse ist tatsächlich etwas, was sich jetzt meines Erachtens auch in der Ukraine zusammenbrauen könnte. Der gnadenlose Teufelskreis der Eskalation, wie sich das gegenseitig aufschaukelt und alle Beteiligten sich mit jeder neuen Eskalationsspiralendrehung immer tiefer in diesen Konflikt hineinsaugen lassen. Das ist die Dämonie des Krieges, dass er natürlich im Menschen auch jene Energien entfesselt, die per Definition unbezähmbar sind. Und der Krieg, die Liebe macht blind, der Hass macht die Menschen auch blind. Und der Krieg ist eine hassheraustreibende menschliche Verrichtung, etwas ... Brandgefährliches, vor allem, wenn sich die kriegerische Einstellung dann auch noch mit einem Moralismus der Überheblichkeit verbindet, der einen dann zugleich noch blind macht für die Begrenztheit der eigenen Bestände, für die eigenen Möglichkeiten. Also wir sind hier in einer, meines Erachtens, sehr, sehr gefährlichen Dynamik auf einem Weg hin zu einem ganz grossen Krieg in Europa. Ist das zwangsläufig? Ist das determiniert? Wie Rene Girard schreibt natürlich nicht. Der Mensch hat vom lieben Gott auch einen freien Willen bekommen. Und es gibt natürlich denkbare Szenarien, wenn plötzlich die Leute sagen, nein, wir möchten aussteigen aus dieser Dynamik. Stellt euch vor, es ist Krieg und keiner geht hin. Diese Variante haben wir. Diese Möglichkeit ist da. Aber gleichzeitig sehen wir eben auch die Präsenz dieser Zuspitzung, dieser Eskalation. Und was Rene Girard hier ganz deutlich herausarbeitet, ist auch der Auftrag des Intellektuellen, des Professors, des Publizisten, die Gefahr, die man eben gar nicht sieht, wenn man in dieser Eskalationsspirale drinsteckt, diese Gefahr zurückzurufen ins Bewusstsein, auf das die Leute noch einmal zur Vernunft kommen. Das ist die grosse überschattende Sorge, die mich natürlich beschäftigt und hier etwas sozusagen kontrazyklisch aus dem Rahmen fällt. In einem Sommer, der natürlich die Leichtigkeit des Lebens befördert, während einer Fussball-WM, die uns willkommene Ablenkungs- und auch schöne Ablenkungsmomente bietet. Ungeachtet all dessen sehen wir uns eben auch in dieser düsteren Dynamik drin, an die René Girard hier im Jahr 2010 etwa, unter dem Eindruck vor allem auch der terroristischen Anschläge damals und des ganzen Islamismus. zu denken, sich da konzentriert. Schauen wir uns die Ereignisse an, die korrespondierenden Ereignisse in der Wirklichkeit. Der russische Präsident Putin hat eine scharfe Rede gehalten vor politischen Parteikollegen und er hat gesagt, dass die russischen Drohnenangriffe, die immer tiefer ins russische Territorium dringen, dass die auf Schärfste vergolten werden, und zwar mit stärkerer Wucht, schlage man zurück. Das ist ja auch die typische Kriegslogik. Das hat man auch im Zweiten Weltkrieg gesehen, dass die Bombardierung zum Beispiel britischer Städte wie Coventry durch die Deutschen dann beantwortet wurde mit der noch viel verheerenderen Bombardierung der deutschen Städte. Also wer den Wind sät, erntet den Sturm. Das ist auch eine der ganz grossen, natürlich unheilvollen, dem Krieg innewohnenden... Zuspitzungen. Unsere Antwort wird, sagt Putin, spiegeln immer jeden Angriff auf russisches Territorium. Wir werden auf gleiche Weise zurückschlagen, nur mehrfach stärker und kraftvoller. Der Feind wird es fühlen, er tut es schon und ich hoffe, sie werden es noch mehr fühlen in der Zukunft. Das sind schon harte Aussagen. Gleichzeitig sagt Putin, Russland werde seine Wirtschaft weiterentwickeln, das finanzielle System stärken und die Armee modernisieren. Gleichzeitig geht es darum, die eigene Verteidigungsindustrie auszuweiten. Ausserdem sei die Situation auf dem Schlachtfeld so, dass man die Ziele erreiche. Unsere Kämpfer würden sich da voran bewegen, sagte der russische Präsident. Das ist der Grund, warum es keinen Zweifel geben kann, dass wir die Ziele erreichen, dass wir den Sieg erreichen. werden. Das ist die Aussage des russischen Präsidenten. Dann interessant, was man in russischen Zeitungen lesen kann an Deutungen über den NATO-Gipfel. Der wird jetzt in Russland als Raketengipfel bezeichnet und eben auch als eine Art faktische Kriegserklärung und als Bestätigung all dessen, was man in Russland ohnehin für gegeben erachtet, dass der sogenannte kollektive Westen sich jetzt da immer mehr... hinter die Ukraine stellt. Es ist ja von der NATO auch ein 70-Milliarden-Paket abgestellt worden. Allerdings, das wird dann eben auch zur Kenntnis genommen, einfach noch als Hinweis darauf, dass man in Deutschland findet, und vor allem auch in der Europäischen Union, dass in diesen russischen Medien nur Propaganda stattfindet. Ich glaube, so einfach kann man das nicht darstellen. Da wird dann schon auch herausgestrichen, dass nicht alle NATO-Staaten, Alle NATO-Mitgliedstaaten sichern diesen. Ukraine-Hilfen beteiligen, zum Beispiel Petr Majar, der neue ungarische Premierminister, macht da nicht mit, auch der tschechische Ministerpräsident Babiš und auch der slowakische Vizo würden sich da draussen halten. Dann kauft Berlin, das ist eine riesen Nachricht, jetzt gibt es gross zu reden in Russland, Berlin sei dabei, 50'000 Angriffsdrohnen für die Ukraine zu kaufen, grosse Recherchen über die Verstrickung vor allem auch der deutschen Rüstungsindustrie in die Kriegsanstrengungen der Ukraine. Ich sage das einfach, ich streiche das vor dem Hintergrund heraus, dass man sich gerade auch auf unserer Seite sehr genau beschäftigen muss mit der Frage, was der Feind, was Russland denkt. Also ich argumentiere hier jetzt etwas aus der Sicht dieser Staaten, die sich in eine Feindseligkeit gegenüber Russland hinein manövriert haben oder hinein manövriert. sehen und darum ist es eben umso wichtiger für eine ausgewogene und korrekte, sachgerechte Lagebeurteilung, dass man sich auch Klarheit darüber verschafft, was beim sogenannten Feind dann tatsächlich los wird. Und eben der Feind Russland, der sieht Deutschland immer mehr als einen Hauptkriegsgegner, als einen Hauptkriegsantreiber und Hauptkriegsunterstützer der Ukraine. Man hilft ihnen vor allem dabei, Drohnen zu entwickeln, die diese Langstreckenschläge durchführen können, die sogenannten UAVs. Das habe, und da zitiert man sich auf einen Reuters-Artikel vom Wochenende, es werden dann auch Rüstungsverantwortliche zitiert, die sich da entsprechend äussern. Der NATO-Raketengipfel ist sozusagen die Beglaubigung der massiven Aufrüstungswelle. In Europa, wir haben darüber schon ein bisschen gesprochen, Deutschland zum Beispiel, dass jetzt diese Tomahawk-Marschflugkörper bekommt, ist ja auch wieder ein smarter Move der Amerikaner, anstatt diese Tomahawks selber zu bringen, selber zu zahlen und dann mit amerikanischen Soldaten in Deutschland entsprechend zu bedienen, verkauft man das Ganze jetzt einfach an die Deutschen, macht damit noch ein Geschäft und behält ja trotzdem dann den militärischen Einfluss. Und was heisst das jetzt? dass die Deutschen diese Tomahawks bekommen. Das heisst, schreiben hier jetzt auch russische Kommentatoren, in practical terms, Germany would gain the ability to strike virtually any target. Also Deutschland wird tatsächlich die Gelegenheit bekommen, russische Ziele vor allem im westlichen Teil des Landes zu treffen. Und wenn man solche Systeme dann auch an die baltischen Staaten verteilt, würde das die Bedrohung für Russland auslösen. aus russischer Sicht massiv erhöhen. Also Sie sehen, die Eskalationsspirale dreht sich da auf allen Seiten. Putin, der hier harte Gegenschläge in Aussicht stellt, gleichzeitig stocken die Europäer jetzt ihre Arsenale auf mit eben Waffen, die geeignet sind, Russland tief zu treffen. Von Abrüstungsverträgen redet überhaupt niemand mehr. Und am Schluss machen den grossen Reibach. Die Amerikaner und die Chinesen. Die Chinesen übrigens, die sowohl bei den russischen wie auch bei den ukrainischen Drohnen bis zu 70% der Komponenten liefern. Dann haben wir die Patriot-Raketen, diese Flugabwehr-Raketen, die jetzt in der Ukraine produziert werden können. Da rechnet man auch natürlich mit einer Proliferation, mit einer massiven, weitgehenden Verteilung grossflächig dieser Systeme. Und das Ganze auch hier... René Girard im Angesicht der Apokalypse, das ist eine bedrohliche Aufschaukelung. Wichtig ist, wir in der Schweiz, wir können diese Aufschaukelung, diese Dynamik nicht durchbrechen, ist auch nicht unsere Verantwortung. In Deutschland haben sie eine ganz andere Verantwortung als Staat. Da hätten sie als Bürger auch des Landes die Möglichkeit und das heisst auch die Verantwortung, zumindest Deutschlands Anteil an dieser Eskalation. zu verändern, sei es zu erhöhen, zu verschärfen oder eben im Gegenteil zurückzunehmen, das ist die Verantwortung, die natürlich jetzt auf die deutsche Bevölkerung zukommt, auf die deutschen Parteien, das muss man sich einfach bewusst machen. Und das ist ja die grosse... Gefahr, das Vakuum, das geistige schwarze Loch, in das man sich da hineinmanövriert hat, diese Rüstung, diese Aufrüstung, das sind hochgravierende Entscheidungen, Entscheidungen, die nicht nur über die Zukunft Deutschlands, sondern auch über die Zukunft des europäischen Kontinents ausschlaggebend sein können. Und man fragt sich dann einfach, was für Diskussionen haben eigentlich stattgefunden? Welche Auseinandersetzung ist dieser Aufrüstungsorgie vorausgegangen? Das ist natürlich erschreckend. Es hat überhaupt keine Diskussion gegeben. Man hat von Anfang an diese Eskalationslogik sozusagen fast schicksalshaft laufen lassen. Erinnern Sie sich noch, am Anfang hat man gesagt, 2021 bei den Wahlen noch Waffen. Frieden schaffen ohne Waffen die Grünen und jetzt sind sie die grössten Kriegstreiber. Man hat mit kugelsicheren Westen und Helmen angefangen und jetzt ist man schon ganz tief und vielleicht mit Tomahawk-Cruise-Missiles dabei, diesen Krieg zu befördern. Und das zeigt ihnen und bestätigt ihnen diese eben Eskalationslogik, die sozusagen die Regie in der Politik übernommen hat. Aber das ist nicht zwangsläufig. Ich meinte auch... könnte man aussteigen, man könnte das stoppen, aber man muss es eben auch tun. Aber ich sehe jetzt da bei der deutschen Elite im Moment, abgesehen jetzt von einer AfD, von einem Bündnis Sarah Wagenknecht, aber die sind zu klein, sehe ich da überhaupt keine Initiativen. Im Gegenteil, man befeuert das, man heizt das an und man hat da natürlich auch wirtschaftliche Aussichten. Reinmetall selbstverständlich könnte, schreiben jetzt da auch russische Kommentatoren, in eine ganz wichtige Rolle hineinwachsen, dass man eben für die Ukrainer hier produziert. Auch andere Firmen heissen, es würden ihre zum Teil Autoproduktion auf Rüstungsproduktion umstellen. Das gibt natürlich auch grosse Businessperspektiven in einer Zeit der wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Man erinnert in Russland auch daran, dass es zwischen dem Aussenminister Andrei Sibiga und dem deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius, weitgehende Rüstungsabsprachen und Übereinkünfte gegeben hat, auch bei der Produktion ganz spezifischer Drohnensysteme, die wichtig sein werden und die Ukraine so quasi als Hauptkunde von Deutschland. Das heisst also, dass hier natürlich Deutschland in den russischen Augen, in der russischen Perspektive immer mehr zu einem Hauptunterstützer dieser Kriegsanstrengungen wird. Also operationelle, taktische Raketen, jawohl. Patriot-Abfangraketen, jawohl. Cruise-Missiles, jawohl. Und darum kommt man zum Schluss, das ist ein Raketengipfel gewesen in Ankara. Ungarns Parlament beschliesst die Absetzung von Präsident Suliok. Das ist ja auch unglaublich, was jetzt in Ungarn abgeht. Das sind ziemlich autoritäre Methoden, die ja da der neue Premierminister Majar anwendet, ohne jede Kritik aus Brüssel. Stellen Sie sich vor, wenn Viktor Orban mit dieser Handgreiflichkeit vorgegangen worden wäre. Aber das ist alles in dem Sinn gesetzes- und verfassungskonform. Natürlich auch eine Folge der Orban-Jahre, der eben mit diesen Zweidrittelmehrheiten der jeweils tonangebenden Partei massive Gestaltungsmöglichkeiten gegeben hat. Nun also unterzeichnen. die ungarischen Abgeordneten dieser Tisza-Partei grossmehrheitlich eingesetzt, das eben zur Absetzung des Präsidenten führt, eines Präsidenten, den man aber nicht vorwerfen kann. Diese Vorwürfe stehen auch nicht im Raum. Er habe da irgendetwas verfassungsfeindliches gemacht. Er wird einfach als Repräsentant eines angeblich kriminellen Systems weggeräumt, mit einem Gesetz, das ad personam auf ihn zugeschnitten ist. Gleichzeitig hat man ein Gesetz gemacht, dass es namhaften Oppositionspolitikern der Fidesz-Partei verunmöglicht, noch einmal anzutreten zu den Wahlen. Also hier entledigt sich dann Peter Maggiar, der neue Premierminister, auch möglicher Rivalen. Das ist alles in diesem autoritären parlamentarischen... Man könnte fast etwas sagen in dieser Parlamentsautokratie. Offensichtlich möglich. Und Sie haben ja das Interview gesehen, das ich mit Präsident Zuljok gemacht habe. Ist das ein Mann, den man nun mit dieser Brutalo-Methode absetzen muss? Oder wirft dieses Vorgehen nicht eher ein sehr schiefes Licht auf den ungarischen Ministerpräsidenten? Ich bemühe mich seit vielen Wochen um ein Interview. Ich habe seine Presseverantwortlichen. angeschrieben, du bekommst da nicht mal eine Antwort. Also ich glaube, die reden einfach nur mit Gleichgesinnten oder mit Leuten, die offensichtlich nicht daran interessiert sind, ihnen eine kritische Frage zu stellen. Gute Nachricht, die Berliner Verkehrsbetriebe BVG haben eine Werbekampagne des Portals News gestoppt. Das Verwaltungsgericht Berlin entscheidet, dass die Werbung wieder laufen muss. Das ist noch interessant. Noch einmal zurück zum Ukraine-Krieg. Da gibt es eben noch weitere Eskalationsschraubendrehungen. Eine europäische Schutztruppe plant Übungen in Nachbarstaaten der Ukraine. Die geplante internationale Schutztruppe melden Medien, für die Ukraine soll demnächst erstmals Militärmanöver in den Nachbarstaaten der Ukraine abhalten. Wir haben heute entschieden, dass in den kommenden Monaten Militärübungen stattfinden sollen, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Montag in Paris. Ziel sei es zu demonstrieren, dass wir bereit, entschlossen und glaubwürdig sind zu Land, in der Luft und zur See. betonte er diese Säbelrass allein, das höre ich auch aus Schweizer Armeekreisen. Offenbar ist es so, dass die NATO nur noch für die nächsten zwei Jahre Manöver plant. Offensichtlich geht man davon aus, dass dann im Jahr 3 ein Krieg gegen Russland stattfindet. Da braut sich etwas zusammen, höre ich da jetzt unbestätigt. Das sind sozusagen atmosphärische Befunde, allerdings aus glaubwürdiger Quelle. Der französische Präsident kündigte weiter zu dem Zusätzliche Rüstungsgüter für die Ukraine an Kiew, Wolle 16, Rafale, Kampfjets und Luftabwehrsysteme vom Typ SAMPT kaufen, sagte Macron. Zudem hätten sich Frankreich und die Ukraine auf Lizenzproduktion verschiedener Lenkwaffen geeignet. Es geht also los und weiter. Bundeskanzler Friedrich Merz appellierte abermals an Russlands Präsidenten Wladimir Putin, an den Verhandlungstisch zu kommen. Die Ukraine sei bereit, den Krieg zu beenden. Auch wir sind offen für Friedensverhandlungen. zwischen der Ukraine und Russland, mit der Unterstützung Europas und der Vereinigten Staaten, sagte Merz, es liege jetzt einzig und allein an Putin, diese Chance zu ergreifen. Ja, ist diese Aufrüstung sozusagen Ausdruck, was man in Kriegen oft sieht, kurz vor den Friedensverhandlungen eskaliert noch einmal alles, das war übrigens auch im Zweiten Weltkrieg so, die grossen Zerstörungen sind eigentlich unmittelbar vor der Kapitulation, vor dem Frieden entsprechend vom Zaun gebrochen. Diese Variante ist natürlich durchaus gegeben. Auf der anderen Seite die Beurteilung, diese Schläge, diese Versuche, Putin unter Druck zu setzen, können natürlich genauso gut kontraproduktiv sein. Das ist die Rhetorik in Moskau. Je mehr ihr uns unter Druck setzt, desto mehr schlagen wir zurück. Und das ist hier das Unheilvolle. Niemand weiss, wie stark Russland letztlich ist. Russland ist nicht so schwach, wie es scheint, aber auch nicht so stark, wie es sein möchte. Aber es ist eben gross, es hat gewaltige Potenziale, auch an Raketen, es gibt Atomwaffen und das gibt dem Ganzen eine neue und eine eben sehr schwierige und gefährliche Qualität, eine entsprechende Dynamik. Neues Bündnis für Raketenabwehr, angesichts anhaltender russischer Angriffe auf die Ukraine, haben sich Deutschland, Frankreich und sieben weitere Länder mit der Ukraine in einer neuen Koalition Zur Raketenabwehr zusammengeschlossen, Zitat, angesichts der ballistischen Bedrohung treffen wir eine klare Entscheidung. Wir schützen die Ukraine, stärken unsere gemeinsame Sicherheit und bauen ein Europa der Verteidigung auf, sagte Präsident Macron nach der Gründung der rein defensiven Koalition gegen ballistische Raketen in Paris. Das ist hier etwas der Propaganda-Sound in deutschen Zeitungen. Die rein defensive Koalition, dabei weiss man ganz genau, dass jede defensive Koalition in einer real existierenden Konfliktsituation natürlich zur aggressiven Partei werden kann. Also Sie sehen hier das, was ich beschreibe, diese Gefährlichkeit, diese Eskalationsdynamik angesichts der Apokalypse von Schirra, das ist einfach nur Theorie. Das passiert jetzt vor unseren Augen, das läuft. Das sind die Entwicklungen, die in den Krieg führen. Und wir müssen uns einfach mal von der Vorstellung verabschieden, dass frühere Kriegsparteien unbedingt Kriege wollten. Den Ersten Weltkrieg wollte niemand und auch den Zweiten Weltkrieg in dieser Form wollte niemand. Und trotzdem haben verantwortungslose Politiker, die sich der Eskalationslogik hingegeben haben, sich davon überwältigen liessen. Die haben am Schluss den Weltenbrand heraufgeführt. Und ich habe einfach die Befürchtung, dass wir heute... in der genau gleichen Stossrichtung unterwegs sind, uns allerdings einredend, wir seien natürlich moralisch viel besser, wir seien natürlich nicht so blöd wie unsere Vorfahren, wir seien nicht so böse wie diese Verbrecher da von einst, das haben wir alles überwunden. Und diese Scheinüberlegenheit, in die man sich da hineingeträumt hat, ist eben ein zusätzlich krisen- und kriegsverschärfender Faktor, meine Damen und Herren. Die EU stoppt Finanzierung der Bienniale in Venedig wegen russischer Teilnahme. Das ist auch nur seine Verrücktheit. Die EU hat wegen der Teilnahme Russlands an der Biennale in Venedig angekündigt, die Kunstveranstaltung nicht mehr zu unterstützen. Zitat, Kultur und Unterstützung dürfen nicht zu Instrumenten der Schönfärberei von Aggression werden, sagte die EU-Aussenbeauftragte Kaya Kalas. Klammer auf, deren Ehemann bis vor kurzem mit Russland gigantische Geschäfte gemacht hat. Klammer geschlossen, das sind einfach Riesenheuchler. Kaya Kallas sagte das nach einem Treffen der EU-Aussenminister am Montag in Brüssel. Die EU-Kommission stelle daher die Finanzierung der Biennale von Venedig ein. Und die Ankündigung stiess in mehreren europäischen Ländern allerdings auf Kritik. Die Kommission kündigte bereits im Mai an, ihre Fördermittel in der Höhe von 2 Millionen Euro über drei Jahre einstellen zu wollen. Die Biennale... In Venedig findet es seit 1895 statt. In diesem Jahr läuft sie vom 9. Mai bis zum 22. November. Also Kaya Carlos ist ganz klar eine Kriegstreiberin. Sie akzeptiert nicht, dass es Institutionen geben darf, dass es Sphären geben darf, die nicht von diesem Kriegswahnsinn kontaminiert, verseucht sind. Und das ist ein anderer Faktor, der die Kriegswahrscheinlichkeit in Europa verschärft. Das ist dieser gigantische... Dieser mysteriöse Russenhass, der sich da jetzt weiten Teilen der Öffentlichkeit bemächtigt hat, dieser Russenhass ist ein echtes beängstigendes Phänomen, das wir auch einmal hier zergliedern müssen in dieser Sendung. Dieser Russenhass, der grösser ist, ich habe ja den Kalten Krieg noch erlebt, grösser ist als alles, was wir damals, also was ich damals erlebt habe, ein Russenhaus, der sich aus unterschiedlichsten Quellen speist, rassistische, antislawische Vorurteile, dann uralte Rivalitäten noch aus dem 19. Jahrhundert, vor allem in England, in Grossbritannien, diese Rivalität, das Great Game, wie es damals hiess, um die Kolonien, um Teile Europas, um die Meerzugänge, die Seeschlange England gegen das Landmonster Russland, das schwingt mit. Dann natürlich die Furcht und die gleichzeitige Überlegenheit gegenüber dem autokratischen System, gegenüber der Despotie Russlands. Allerdings werden diese Schlagworte der differenzierten Verfassungswirklichkeit in Russland nicht gerecht. Allerdings will man das in Europa zum Teil gar nicht mehr hören. Das wird dann schon als seelenlose Parteinahme für den Aggressor. In Moskau empfunden sie diese geistige Selbstverstümmelung, die im Gang ist. Also dieser Russnass ist auch eine Pathologie, ist eine Krankheit, ist eine Geisteskrankheit, die man sich da ergeben hat und die natürlich auch diese Kriegswahrscheinlichkeit durch ein irrationales Moment, das die Gefahr verschärft, erweitert. Kalas äusserte sich kritisch, übrigens auch über die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees IOC, Sie russische Athletinnen und Athleten wieder zu internationalen Wettbewerben zuzulassen. Kaya Kalas ist eine der ganz grossen Kriegstreiberinnen auf der EU-Seite. Sie würde das natürlich entrüstet von sich weisen, aber das ist genau das Problem, dass man etwas vorantreibt, ohne sich bewusst zu sein, dass man es tut. Wadepul, oder Wadepul, Entschuldigung, Abschreckung an NATO-Nordflanke neu ausrichten. Also auch das sind unglaubliche Aussagen eines deutschen Aussenminister. Wadephul verlangt angesichts anhaltender Bedrohungen aus Moskau eine Neuausrichtung von Verteidigung und Abschränkung an der NATO-Nordflanke für zwingend. Russland drängt wirtschaftlich und militärisch immer stärker in eine Region, die für unsere Sicherheit von herausragender strategischer Bedeutung ist. Ich meine, da redet ein bundesrepublikanischer Aussenminister schon fast wie ein Feldherr. von grossräumiger strategischer Bedrohung. Das ist beklemmend, das ist beängstigend. Und ich glaube, mit dieser Art von Rhetorik redet man sich immer tiefer in einen Krieg hinein, dem man nicht gewachsen ist, meine Damen und Herren. Aber das ist die Verantwortung nicht von uns Schweizern. Wir haben dafür zu sorgen, dass wir zur Neutralität zurückgehen. Das ist die Verantwortung der Deutschen. Das ist die Verantwortung der Bundesrepublik. Das wäre der Auftrag auch der Parteien, diese Debatte zu erzwingen. Man kann ja diese Position vertreten, selbstverständlich. Roderich Kiesewetter, der CDU-Kriegsspezialist, der hat ja jetzt ein Buch geschrieben und auch da sogar mit einigen Fragezeichen versucht, da die richtigen Perspektiven aufzureissen. Es ist ja nicht verboten, diese Position zu vertreten, wie sie hier der deutsche Aussenminister hat, aber das sind derart schwerwiegende Positionsbezüge. Noch viel schwerwiegender als das, was man während der Corona-Zeit gemacht hat. Aber man hat nichts gelernt aus dem. Weil auch damals war es verboten, Kosten, Nutzen, Überlegungen anzustellen. Und jetzt sind wir in der gleichen Dunkelkammer voll drin. Das grossräumige, strategische Imponiergehabe ist zurück. Macron sieht den Waffennachschub als entscheidend. Hören Sie sich mal dieses Zitat an von Macron. Ja, wir sind bereit zu kämpfen, um dies zu verteidigen, immer und notfalls um den Preis von Blut, sagte Macron an die französischen Soldaten gewandt. Also Emmanuel Macron ist überhaupt nicht bereit, für irgendetwas zu kämpfen und sein Blut hinzugeben. Da geben dann andere ihr Blut hin. Aber die Sprache, meine Damen und Herren, was für eine Sprache, wird jetzt entsprechend hier aufgezogen. Und die Reaktion aus Russland, die prangern natürlich jetzt eine Koalition von Kriegstreibern an. Zitat, dies ist eine Gruppe von Ländern, die keinen Frieden wollen, die den Krieg fortsetzen wollen und die sich der Illusion hingeben. dass unserem Land eine strategische Niederlage zugefügt werden könne, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskov in Moskau. Dmitri Peskov, mit dem ich ja letzte Woche mich fast eine Stunde lang unterhalten habe. Das ist die Situation, die wir sehen. Von diesem Hintergrund übrigens ist der deutsche Botschafter in Moskau einbestellt worden, Alexander Graf Lambsdorff, er wird ja Russland verlassen. Übrigens mit dem Auto entgegen dem von der deutschen Botschaft. verbreiteten Aussagen, dass man in Russland eigentlich kein Benzin mehr bekomme. Auch etwas wunderlich, dass sich eine Botschaft mit solchen Anprangerungs Botschaften da an die Öffentlichkeit wendet. Er ist jetzt da noch einmal kritisiert worden. Er wird nach Israel fahren und sein Nachfolger ist bereits in den Startpflöcken. Ein Clemens von Götze, also die deutsche Aristokratie, nach wie vor in Diplomatie. in diplomatischen Diensten gefragt. Einst standen die Lamsdorfs in russischen Diensten, jetzt sind sie in antirussischen Diensten unterwegs. Auch dies eine historische Pointe. Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen ganz herzlich für die Aufmerksamkeit. Das war es von Weltwoche Daily. Etwas starker Tobak, ich weiss, etwas scharfer Stoff, den ich Ihnen da auftische mit der Apokalypse, mit Rene Girard am Morgen. Aber ich glaube einfach, es ist wichtig, diesen Dingen ganz nüchtern entgegenzusehen und sich das bewusst zu machen und auch dagegen zu argumentieren. Widersprechen Sie mir selbstverständlich, Sie sind herzlichst eingeladen, hier eine andere Sichtweise beliebt zu machen und mich auch davon zu überzeugen. Aber ich glaube, um den schlimmsten Fall zu vermeiden, muss man sich einfach bewusst machen, dass der schlimmste Fall eintreten könnte. Und an diesem Punkt sind wir meines Erachtens. Und es ist, glaube ich, umso wichtiger in einer... Zeit eben der Dolce Vita des Sommers und des Fussballs auf diese Dynamiken hinzuweisen. Da laufen ganz schwerwiegende Dinge. Und vor diesem Hintergrund ist es etwas absonderlich, dass unsere Medien vor allem dem Nahostkonflikt der Strasse von Hormuz ihre besondere Beachtung zuweisen und dort vor allem die Eskalationen intensiv beschreiben. Vermutlich auch deshalb, weil man sich heimlich freut. dass der amerikanische Präsident sich da verkalkuliert hat im Nahen Osten. Ja, ich gönne den entsprechenden Beobachtern ihre Schadenfreude, weise einfach darauf hin, dass in der Ukraine ein viel gefährlicher Konflikt, ein für Deutschland, für Europa, auch für die Schweiz, viel gefährlicher Konflikt sich auf eine Art und Weise zusammenbraut, die man in führenden Kreisen in Europa nicht einmal zur Kenntnis zu nehmen bereit ist. Wenigstens in öffentlichen Darlegungen nicht. Ich glaube, das müsste viel stärker ins Bewusstsein gerückt werden. Mal sehen, ob das in Deutschland dann der Fall ist oder ob sich da die entsprechenden Politiker auch schon in die Sommerferien verabschiedet haben. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Es ist eine etwas längere Sendung geworden heute. Hoffentlich haben Sie bis zum Schluss durchgehalten. Sonst geht es dann morgen wieder weiter. Versuche ich mich etwas kürzer zu fassen. Merci vielmals. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen. Wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst... Niemand zu unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. Jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. Denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Lesern. Sie sind der Grund, warum wir machen können, was wir eben machen. Alle Abo-Optionen finden Sie auf unserer Website www.weltwoche.de sowohl für Print als auch digital und massgeschneidert auch für Deutschland. 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