Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer eine stärkere Beteiligung Europas an möglichen Friedensgesprächen mit Russland gefordert. «Europa muss Teil der Verhandlungen sein und sich stark zeigen», schrieb Selenskyj auf der Plattform X.
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Die vier Staats- und Regierungschefs wollen in London über neue diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Krieges beraten. Nach Angaben Selenskyjs stehen zudem weitere Militärhilfen für die Ukraine sowie die Stärkung der europäischen Luftverteidigung auf der Tagesordnung. Es sei wichtig, «alles zu erörtern und uns auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs auf die wesentlichen Punkte zu einigen», erklärte der ukrainische Präsident.
Selenskyj hatte dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zuvor direkte Gespräche vorgeschlagen. Nach Medienberichten stiess die Initiative zunächst auf Ablehnung aus Moskau. Dennoch bereitet sich Kiew gemeinsam mit seinen europäischen Partnern auf mögliche neue Verhandlungen vor.
Die Vereinigten Staaten hatten seit Anfang des vergangenen Jahres zwischen Russland und der Ukraine vermittelt. Inzwischen hat das amerikanische Engagement nachgelassen. US-Aussenminister Marco Rubio erklärte vor zwei Wochen, andere Staaten könnten ebenfalls versuchen, den Konflikt zu beenden.
Vor diesem Hintergrund sehen Deutschland, Frankreich und Grossbritannien offenbar die Möglichkeit, ihre diplomatische Rolle auszubauen. Die drei Länder waren bereits früher als sogenannte E3 in Gespräche eingebunden. Anders als die USA betrachten sie sich jedoch nicht als neutrale Vermittler, sondern als Verbündete der Ukraine. Sie unterstützen Kiew mit Waffenlieferungen und Sanktionen gegen Russland.