US-Präsident Donald Trump hat auf dem Nato-Gipfel in Ankara erneut Anspruch auf Grönland erhoben. Die Insel sei «sehr wichtig für die USA, aber nicht wichtig für Dänemark», sagte er bei einem gemeinsamen Auftritt mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte.
Trump begründete seine Forderung mit der strategischen Bedeutung der Arktis. Er verwies auf den Zweiten Weltkrieg und sagte, die USA hätten Grönland nach der Besetzung Dänemarks durch Nazi-Deutschland übernommen und später «dummerweise» zurückgegeben. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen wies die Forderung zurück. Grönland stehe nicht zur Disposition, sagte sie sinngemäss. Dänemark sei bereit, «jeden Zentimeter der Nato» zu verteidigen, auch das eigene Territorium.
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Rutte vermied offenen Widerspruch. Er verwies auf eine Vereinbarung mit Trump in Davos, wonach die amerikanische Militärpräsenz auf Grönland schrittweise ausgebaut werden solle. Er werde sicherstellen, dass dieser Plan «Schritt für Schritt» umgesetzt werde. Zugleich erklärte Rutte, er verstehe Trumps Ärger über einzelne Verbündete. Es handle sich aber um «Einzelfälle»; viele europäische Staaten hätten die USA unterstützt.
Trump blieb bei seiner Kritik an Nato-Partnern. Grossbritannien habe den USA eine Insel «zwei Wochen lang» nicht zur Verfügung gestellt, Italien sei «sehr schlecht» gewesen. Auch Deutschland und Frankreich nannte er. Rutte hielt dagegen, Europa habe den USA in grossem Umfang geholfen, und lobte Trump dafür, die Europäer zu höheren Verteidigungsausgaben gedrängt zu haben. Darauf sagte Trump mit Blick auf Rutte: «Deshalb mag ich ihn.»
Nach Angaben von Reuters wiederholte Trump seine öffentlichen Angriffe hinter verschlossenen Türen nicht. Dort habe er vielmehr betont, die USA wollten in der Nato bleiben.