Russland hat die Ukraine in der Nacht mit einem massiven Raketen- und Drohnenangriff überzogen. Nach Angaben ukrainischer Behörden wurden dabei mehrere Menschen getötet und Dutzende verletzt. In Kiew meldete Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens 23 Verletzte. In Charkiw kamen laut Gouverneur Oleh Synjehubow fünf Rettungskräfte ums Leben, vier weitere Menschen wurden verletzt. In Dnipro wurde mindestens eine verletzte Person gemeldet.
Evgeniy Maloletka/AP/Keystone
Nach Medienberichten setzte Russland mehr als 50 Raketen und rund 500 Drohnen ein. Der Leiter der Militärverwaltung von Kiew, Tymur Tkatschenko, sprach von mehr als 40 Einschlägen in der Hauptstadt. Durch den Angriff geriet das zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Kiewer Höhlenkloster in Brand. Nach Angaben der Behörden erlitt die historische Anlage erhebliche Schäden.
Der frühere Ukraine-Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, General Keith Kellogg, kritisierte den Angriff scharf. Auf der Plattform X schrieb er, der Angriff auf das Kloster ergebe «keinen Sinn» und zeige Parallelen zu den deutschen Bombenangriffen auf die Londoner St. Paul's Cathedral im Jahr 1940.
Auch ausserhalb der Ukraine wurden Sicherheitsmassnahmen ergriffen. Polen liess nach eigenen Angaben vorsorglich Kampfjets aufsteigen und versetzte Luftabwehr sowie Radaraufklärung in erhöhte Bereitschaft. Russland meldete seinerseits einen ukrainischen Drohnenangriff auf die Stadt Tula südlich von Moskau. Nach Angaben des Regionalgouverneurs wurden dabei drei Menschen getötet und drei weitere, darunter ein Kleinkind, verletzt.