Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew hat den USA scharfe Vorwürfe gemacht und ihnen das Recht abgesprochen, sich in die Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen. Anlass seiner Äusserungen war der 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit. In einem Beitrag auf Telegram erklärte der heutige Vizechef des russischen Sicherheitsrats: «Die USA und das Weisse Haus haben keinerlei Recht, anderen ihren Willen aufzuzwingen. Sie sollen erst einmal das Chaos in ihrem eigenen Haus in den Griff bekommen.»
Ekaterina Shtukina/Sputnik/Keystone
Medwedew stellte zugleich die internationale Führungsrolle der Vereinigten Staaten grundsätzlich in Frage. Die USA seien weder ein Vorbild noch ein «Reich des Bösen». «Aber in einem Punkt sind sich die meisten Länder der Welt einig: Amerika hat kein Recht, Entscheidungen für andere zu treffen. Jeder Staat – ob klein oder gross – ist in der Lage, seine Probleme selbst zu lösen», schrieb er.
Der 59-Jährige galt während seiner Amtszeit als russischer Präsident von 2008 bis 2012 im Westen noch als vergleichsweise liberaler Modernisierer. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat er sich jedoch zu einem der schärfsten Wortführer des Kreml entwickelt. Wiederholt drohte er westlichen Staaten mit Atomschlägen und griff Regierungen in Europa und den USA verbal an.