Vertreter der Taliban sind erstmals seit ihrer Machtübernahme in Afghanistan von der EU-Kommission zu Gesprächen in Brüssel empfangen worden. Nach Angaben der EU-Kommission diente das Treffen auf «technischer Ebene» dazu, die Rückführung afghanischer Staatsangehöriger aus EU-Staaten zu erleichtern, insbesondere von Personen, die Straftaten begangen haben oder als Sicherheitsrisiko gelten. Die Behörde betonte, die Gespräche bedeuteten keine politische Anerkennung der Taliban.
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An den Gesprächen nahmen Vertreter der EU-Kommission sowie Delegierte aus fünfzehn Mitgliedstaaten teil. Das afghanische Aussenministerium sprach von einer «historischen Reise» und bezeichnete die Gespräche als produktiv. Aus Sicht der Taliban stand die Wiederaufnahme konsularischer Dienstleistungen für Afghanen in Europa im Zentrum des Austauschs.
Der Vorstoss erfolgt vor dem Hintergrund verschärfter Abschiebedebatten in mehreren europäischen Ländern. Bereits im Januar 2026 hatte die EU-Kommission in Kabul Gespräche über Rückführungen geführt, nachdem zwanzig europäische Staaten um Unterstützung bei der Koordination von Abschiebungen nach Afghanistan gebeten hatten.
Politisch bleibt der Kontakt heikel. Die EU erkennt die Taliban weiterhin nicht als legitime Regierung Afghanistans an. Kritiker verweisen auf anhaltende Menschenrechtsverletzungen, die Unterdrückung von Frauen und die Einschränkung der Pressefreiheit. Zugleich warnen die Vereinten Nationen vor den Folgen verstärkter Abschiebungen nach Afghanistan.