Drei Reporter der Medienplattform Apollo News sind am Rande des AfD-Parteitags in Erfurt angegriffen und durch die Innenstadt verfolgt worden. Das berichtete zunächst die Bild-Zeitung unter Berufung auf eigene Reporter vor Ort. Die Thüringer Polizei bestätigte den Vorfall und teilte der Zeitung mit, die Betroffenen seien nach ersten Erkenntnissen aus einer Menschenmenge heraus unter anderem mit Flaschen angegriffen worden. Die Ermittlungen wegen schwerer Körperverletzung führt eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe.
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Nach Angaben der Polizei ist derzeit unklar, ob die Journalisten gezielt als Medienvertreter erkannt oder irrtümlich für Teilnehmer des AfD-Parteitags gehalten wurden. Videos des Vorfalls zeigen, wie die drei Männer von einer grösseren Gruppe verfolgt, bedrängt sowie geschlagen und getreten werden. Erst das Eingreifen einer Polizei-Spezialeinheit beendete die Attacke und brachte die Reporter in Sicherheit.
Die Bild-Zeitung stützt ihre Darstellung unter anderem auf ihren Chefreporter Frank Schneider, der sich nach eigenen Angaben während der Ereignisse am Rande des AfD-Parteitags in Erfurt befand und die Attacke als Augenzeuge miterlebte. Schneider berichtet, er habe zunächst «Nazis raus»-Rufe gehört und anschliessend beobachtet, wie mehrere junge Männer geschubst, geschlagen und getreten worden seien. Danach seien die drei Journalisten durch die Menge gejagt worden, während Flaschen, Steine und Farbbeutel geflogen seien. Erst hinter einer Polizeikette hätten sie sich in Sicherheit bringen können.
Die betroffenen Reporter erklärten gegenüber der Bild-Zeitung, sie hätten kurz vor dem Angriff eine Besprechung von Demonstranten filmen wollen. Nachdem einzelne Teilnehmer «Kamera» gerufen hätten, sei die Stimmung gekippt. Einer der Reporter schilderte, die Gruppe habe sie verfolgt und mit Tritten sowie verschiedenen Gegenständen attackiert. Ein weiterer Reporter erlitt nach eigenen Angaben eine Platzwunde am Hinterkopf und wurde im Krankenhaus behandelt. Das Team brach seine Berichterstattung anschliessend ab. Nach eigener Einschätzung gehen die Betroffenen nicht zwingend von einem gezielten Angriff auf ihre Redaktion aus, halten diese Möglichkeit jedoch für denkbar.
Die Polizei wertet den Vorfall nun aus und versucht nach eigenen Angaben, die mutmasslichen Täter anhand von Bildmaterial und weiteren Beweismitteln zu identifizieren.