Die EU hat im ersten Halbjahr 2026 so viel Flüssigerdgas (LNG) aus Russlands Jamal-Projekt importiert wie noch nie. Nach Daten des Analyseunternehmens Kpler kauften die Mitgliedstaaten 9,89 Millionen Tonnen LNG und damit 18 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, schreibt die Financial Times. Die Zahlen zeigen, dass Europa trotz der Sanktionen bis zum Inkrafttreten eines vollständigen Importverbots Anfang 2027 ein zentraler Absatzmarkt für Russlands wichtigstes LNG-Projekt bleibt.
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Hauptabnehmer waren Frankreich mit 3,6 Millionen Tonnen, Belgien mit 2,9 Millionen Tonnen und Spanien mit 2,7 Millionen Tonnen. Nach Schätzungen der Umweltorganisation Urgewald könnten die Lieferungen Russland Einnahmen von bis zu sechs Milliarden Euro eingebracht haben.
Das Jamal-LNG-Projekt in der russischen Arktis wird mehrheitlich vom privaten Energiekonzern Novatek kontrolliert. Weitere Anteile halten der französische Energiekonzern Total Energies sowie die chinesische CNPC. Die Anlage verfügt über eine Jahreskapazität von 17,4 Millionen Tonnen, produziert jedoch regelmässig mehr.
Nach geltendem EU-Recht sind bereits kurzfristige LNG-Käufe aus Russland verboten. Jede nach Europa gelieferte Jamal-Ladung muss deshalb von den Zollbehörden des Einfuhrlandes als Lieferung im Rahmen eines langfristigen Vertrags bestätigt werden. Ab dem 1. Januar 2027 gilt auch für diese Langfristverträge ein Importverbot. Im Verlauf des Jahres 2027 sollen zudem die verbliebenen Pipelinegasimporte aus Russland vollständig untersagt werden.