Deutschland verzeichnet bei den Auswanderungen eigener Staatsbürger einen neuen Höchststand. Wie aus Daten des Statistischen Bundesamts hervorgeht, verliessen im Jahr 2025 288.579 Deutsche das Land. Über die Entwicklung berichtete die NZZ unter Berufung auf aktuelle Bevölkerungsdaten.
Besonders auffällig ist die Zusammensetzung der Auswanderer. Laut einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung und der Universität Duisburg-Essen sind rund zwei Drittel der Auswanderer jünger als vierzig Jahre, drei Viertel verfügen über einen Hochschulabschluss.
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Die Zahlen nähren die Debatte über die Attraktivität des Standorts Deutschland für qualifizierte Arbeitskräfte. Als Gründe für die Abwanderung werden unter anderem hohe Steuer- und Abgabenlasten, steigende Staatsausgaben sowie Unzufriedenheit mit Behörden, Infrastruktur und öffentlichen Dienstleistungen genannt.
Viele Auswanderer zieht es in andere europäische Länder. Nach Angaben der NZZ gehört die Schweiz zu den beliebtesten Zielen deutscher Staatsbürger.
Der Rekordwert fällt in eine Phase wirtschaftlicher Unsicherheit und schwachen Wachstums in Deutschland. Experten warnen seit Jahren vor den Folgen des demografischen Wandels und einem zunehmenden Fachkräftemangel. Eine anhaltend hohe Abwanderung gutausgebildeter Erwerbstätiger könnte diese Herausforderungen zusätzlich verschärfen. Die Entwicklung gilt deshalb als wichtiger Indikator für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.