Wladimir Putin hat den offenen Brief des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zur Kenntnis genommen, ihn nach Kremlangaben jedoch noch nicht gelesen. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg, Putin sei über die Botschaft informiert worden. «Präsident Putin hat gesagt, dass Selenskyj nach Moskau kommen könne, wenn er reden möchte», erklärte Peskow. Wie die Welt berichtet, hatte Selenskyj Moskau als Verhandlungsort allerdings bereits mehrfach abgelehnt.
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Der ukrainische Präsident hatte Putin in einem offenen Brief direkte Friedensgespräche in einem Drittstaat vorgeschlagen. Hintergrund sind die stockenden Vermittlungsbemühungen der USA. Selenskyj schlug eine Waffenruhe entlang der aktuellen Frontlinie unter amerikanischer Aufsicht sowie einen umfassenden Gefangenenaustausch vor.
Putin reagierte darauf indirekt und machte deutlich, dass Moskau an seinen bisherigen Bedingungen festhalte. Russland strebe eine umfassende Lösung des Konflikts an, nicht lediglich eine Feuerpause, sagte der Kremlchef. «Es besteht keine Notwendigkeit, die Feindseligkeiten auszusetzen, um Verhandlungen aufzunehmen», erklärte Putin. Die Ukraine wolle den russischen Vormarsch stoppen, fügte er hinzu. Es sei jedoch besser, den Krieg durch die Annahme der bereits diskutierten Kompromisse zu beenden.
Dabei verwies Putin auf frühere Gespräche mit US-Präsident Donald Trump und bekräftigte die russische Forderung nach weitreichenden Zugeständnissen Kiews. Dazu zählt insbesondere die Kontrolle Moskaus über die Donbass-Region. Gleichzeitig zeigte sich der Kremlchef offen für weitere Friedensvorschläge aus Washington.
Parallel verschärfte Putin den militärischen Druck. Er stellte einen grösseren Einsatz der neuen Hyperschallrakete Oreschnik in Aussicht, die nach russischen Angaben bereits testweise gegen Ziele in der Ukraine eingesetzt worden sei. Die atomwaffenfähige Rakete verfügt über eine Reichweite von mehr als 5000 Kilometern.
Trotz der Gesprächsbereitschaft auf dem Papier bleiben die Positionen Moskaus und Kiews damit weit voneinander entfernt.