«Von Russland geht derzeit die grösste, weil unmittelbare Bedrohung aus.» Mit dieser Warnung hat Generalinspekteur Carsten Breuer auf dem Welt-Sicherheitsgipfel in Berlin vor einer weiteren militärischen Aufrüstung Russlands gewarnt. Präsident Wladimir Putin gehe es nicht nur um Gebietsgewinne in der Ukraine. «Putin will unser Bündnis spalten und unsere Verteidigungsbereitschaft schwächen», sagte Breuer. Sein Ziel sei es, «die USA aus Europa herauszudrängen, die Nato zu spalten» und Russlands Einflusssphäre zu vergrössern.
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Als Beleg verwies Breuer auf den massiven Ausbau der russischen Streitkräfte. «Putin hat inzwischen – wie geplant – rund 1,5 Millionen Soldaten unter Waffen», sagte der General. Russland baue «neue militärische Strukturen auf, ausgerichtet gen Westen», und entwickle Fähigkeiten «in allen Dimensionen: Weltraum, Cyber, Luftverteidigung». Zudem verfüge Moskau inzwischen über eine eigene Teilstreitkraft für unbemannte Systeme. Russland lerne fortlaufend aus dem Krieg in der Ukraine und passe Taktik und Technologie ständig an.
Breuer verwies auf Einschätzungen internationaler Analysten, wonach Russland bis 2029 in der Lage sein könnte, «einen grossmassstäblichen Krieg gegen ein Nato-Mitgliedsland» zu führen. Besorgt zeigte er sich auch über Drohnensichtungen im europäischen Luftraum. «Mit jedem Drohnenvorfall werden wir berechenbarer», warnte er. Russland teste damit gezielt die Reaktionen des Westens. «Es besteht die Möglichkeit» eines Angriffs auf ein Nato-Mitglied. «Und darauf müssen wir vorbereitet sein.»
Zugleich verteidigte der Generalinspekteur den Kurs der Bundeswehr. Auf die Frage, ob Deutschland sich verteidigen könne, antwortete Breuer: «Kann die Bundeswehr uns verteidigen? Dann sage ich klar ja.» Zugleich räumte er ein, dass die Streitkräfte ihre Fähigkeiten weiter ausbauen müssten. Vertreter aus Politik und Rüstungsindustrie forderten auf dem Sicherheitsgipfel ein deutlich höheres Tempo bei Beschaffung und Aufrüstung.