Die Anzeige gegen eine Zürcher Kindergärtnerin, weil sie mit ihrer Klasse das Kartenspiel «Schwarzer Peter» gespielt hatte, sorgt über den Einzelfall hinaus für politische Diskussionen. Obwohl die Staatsanwaltschaft das Verfahren bereits im März 2026 eingestellt hat, kritisieren bürgerliche Politiker den Umgang der Behörden mit dem Fall und werfen ihnen eine falsche Prioritätensetzung vor.
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SVP-Nationalrat Pascal Schmid bezeichnete das Verfahren als «einfach nur lächerlich». Dem Blick sagte der Rechtsanwalt, überlastete Strafverfolgungsbehörden sollten ihre Ressourcen auf die Bekämpfung schwerer Kriminalität konzentrieren und nicht auf «solche Pseudoprobleme». Aus seiner Sicht sei der Fall «grotesk, gegen jeden gesunden Menschenverstand». Das traditionelle Kartenspiel habe ursprünglich einen Kaminfeger als Figur und richte sich nicht gegen Menschen mit dunkler Hautfarbe. Schmid warnte zudem davor, den Begriff Rassismus zu verwässern. Wenn ein Kinderspiel als rassistisch eingestuft werde, werde tatsächlicher Rassismus banalisiert.
Die Debatte reicht inzwischen über den Kindergarten hinaus. Anfang Juli verwendete der neu gewählte Zürcher Stadtrat Balthasar Glättli (Grüne) in einer Gemeinderatsdebatte die Redewendung, er wolle «nicht den schwarzen Peter zuschieben». SVP-Gemeinderat Stefan Urech griff die Aussage auf und kritisierte, dass darauf – anders als in anderen Fällen – keine öffentlichen Reaktionen erfolgt seien. Er sprach von einem Widerspruch im Umgang mit dem Ausdruck und verwies auf frühere Diskussionen um den Verkauf des Kartenspiels oder die Bezeichnung eines Backprodukts.
AL-Gemeinderat Michael Schmid widersprach dieser Darstellung. Das Kartenspiel werde auf der Plattform Galaxus weiterhin von zahlreichen Anbietern verkauft. Auch das sogenannte Schwarzpeter-Brot einer Zürcher Konditorei trage nach wie vor seinen bisherigen Namen.