Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach anhaltenden Protesten gegen die Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow weitere Entscheidungen zur Führung der Streitkräfte angekündigt. In einer Videoansprache erklärte Selenskyj, er habe ausführliche Gespräche mit Fedorow und Armeechef Olexander Syrskyj geführt. «Natürlich höre ich, was die Leute sagen», sagte der Präsident. «Entscheidungen bezüglich der Armee werden ausgearbeitet.»
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Unterdessen gingen in Kiew und anderen ukrainischen Städten den dritten Tag in Folge mehrere tausend Menschen auf die Strasse. Die Demonstrierenden fordern die Wiedereinsetzung Fedorows und inzwischen auch die Ablösung von Oberbefehlshaber Syrskyj. Die «Financial Times» berichtete, Selenskyj könnte einen Wechsel an der Spitze der Streitkräfte in Betracht ziehen.
Als Hintergrund für den Personalwechsel gilt ein Konflikt zwischen Fedorow und Syrskyj. Nach seiner Entlassung erklärte Fedorow, Syrskyj habe seinen Rückzug mit einem Ultimatum erzwungen. Zudem kritisierte er langsame bürokratische Abläufe und mangelnde Flexibilität innerhalb der Streitkräfte.
Fedorow hatte seit Januar das Verteidigungsministerium geleitet und zuvor als Digitalisierungsminister unter anderem den Ausbau digitaler Strukturen und den Einsatz von Drohnen vorangetrieben. Übergangsweise übernahm der Geheimdienstmitarbeiter Jewhenij Chmara die Leitung des Ministeriums. Seine Ernennung muss noch vom Parlament bestätigt werden.