Der neue Schweiz-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung ist kein Freund der SVP und deren Nachhaltigkeitsinitiative («Keine 10-Millionen-Schweiz»). Die Initiative der «Rechtspopulisten», wie er die mit Abstand grösste Partei seines Gastlandes nennt, könne die Schweiz «unnötig in eine Krise stürzen».
So würden es sich ausländische Arbeitskräfte künftig «zweimal überlegen, ob sie mit ihrer Familie in ein solches Land ziehen möchten», warnt der Korrespondent. Auch die EU wäre gar nicht zufrieden, wenn der Bundesrat die Personenfreizügigkeit einhegen müsste.
Der Korrespondent vermutet sogar, dass es der SVP gar nicht um die Zuwanderung, sondern nur um die Torpedierung der EU-Verträge gehe. «Hauptsache, gegen die Europäische Union.»
Was er seinen Lesern eigentlich sagen will: Die Schweizer sollen sich mal nicht so haben. Anders als in Deutschland (oder anderen EU-Ländern) ist hier das Internet schnell, die Züge pünktlich – «dieses Land kann grundsätzlich problemlos noch mehr Einwohner verkraften».
Was im Artikel nicht steht: In den letzten zwanzig Jahren ist die Bevölkerung in der Schweiz um knapp 20 Prozent gewachsen, in Deutschland um rund 1,5 Prozent. Dabei ist die Fläche von Deutschland achtmal grösser als jener der Schweiz. Da lässt es sich tatsächlich viel leichter über den «Dichtestress» der Schweizer höhnen.