Kanada nimmt erstmals am Eurovision Song Contest teil. Das haben die Organisatoren des Musikwettbewerbs bestätigt, nachdem der öffentlich-rechtliche Sender CBC/Radio-Canada Vollmitglied der Europäischen Rundfunkunion (EBU) geworden ist. Damit ist der Weg für das Debüt des nordamerikanischen Landes beim Eurovision Song Contest 2027 frei.
Georgios Kefalas/Keystone
Kanada ist das erste neue Teilnehmerland seit dem Beitritt Australiens im Jahr 2015. Die Erweiterung erfolgt nach einem turbulenten Eurovision-Jahr: Mehrere langjährige Teilnehmerstaaten, darunter Irland, Island, die Niederlande, Slowenien und Spanien, verzichteten auf eine Teilnahme aus Protest gegen die Entscheidung der EBU, Israel weiterhin am Wettbewerb teilnehmen zu lassen. Ob diese Länder 2027 zurückkehren, ist weiterhin offen. Eurovision-Direktor Martin Green erklärte, die Tür für eine Rückkehr stehe offen.
Die Voraussetzungen für Kanadas Teilnahme wurden in der vergangenen Woche geschaffen, als CBC/Radio-Canada den Status eines Vollmitglieds der EBU erhielt. Teilnahmeberechtigt sind Länder mit einem Rundfunkveranstalter, welcher der Europäischen Rundfunkunion angehört. EBU-Generaldirektor Noel Curran begrüsste den Beitritt und erklärte, Kanadas Stimme mache die Gemeinschaft stärker. Die kanadische Regierung hatte bereits im Herbst 2025 angekündigt, gemeinsam mit dem Sender eine Teilnahme am Eurovision Song Contest zu prüfen und die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt finanziell zu unterstützen.
Eine Verbindung zum Wettbewerb hat Kanada bereits: Die aus Québec stammende Céline Dion gewann 1988 für die Schweiz mit dem Lied «Ne partez pas sans moi» den Eurovision Song Contest. Auch Natasha St-Pier und La Zarra, beide Kanadierinnen, traten später für Frankreich an. Das Debüt Kanadas ist für die Halbfinals des Eurovision Song Contest 2027 in Sofia vorgesehen. Wie der kanadische Beitrag ausgewählt wird, will CBC/Radio-Canada noch in diesem Jahr bekanntgeben.