In Portugal ist die rechte Partei Chega bei der Parlamentswahl überraschend zur zweitstärksten Kraft aufgestiegen – und verdrängt die Sozialisten von ihrem angestammten Platz in der Opposition. Nach Auszählung der Auslandstimmen erreichte Chega 60 Sitze im 230-köpfigen Parlament und 22,76 Prozent der Stimmen. Die Sozialistische Partei (PS) blieb bei 58 Sitzen, obwohl sie mit 22,83 Prozent knapp mehr Stimmenanteile verbuchen konnte. Das berichtet die britische Zeitung The Guardian.
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Chega, gegründet 2019 vom ehemaligen Fussballkommentator André Ventura, hat sich damit innerhalb weniger Jahre von einer Randpartei zu einem gewichtigen politischen Akteur entwickelt. 2019 erreichte sie nur 1,3 Prozent der Stimmen. 2022 waren es 7,2 Prozent, im Vorjahr bereits 18,1 Prozent. Das Ergebnis in diesem Jahr markiert einen historischen Durchbruch.
Ventura wertete das Resultat als Wendepunkt: «Was für ein grosser Sieg!!! Danke an alle Portugiesen, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben! Diese historische Leistung ist auch euer Sieg, euch gehört Portugal!», schrieb er auf X.
Trotz ihres Erfolgs bleibt Chega von der Regierungsverantwortung ausgeschlossen. Ministerpräsident Luís Montenegro von der konservativen Demokratischen Allianz (AD) lehnt jegliche Kooperation mit der Partei strikt ab. «Mit Chega zu regieren, ist aus drei Gründen unmöglich: Sie ist nicht verlässlich, verhält sich wie eine politische Wetterfahne und ist für das Regieren ungeeignet», hatte Montenegro erklärt.