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Personalmangel an der Nato-Ostflanke: Verteidigungsminister Pistorius will Bundeswehrsoldaten für Litauen-Einsatz verpflichten

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Personalmangel an der Nato-Ostflanke: Verteidigungsminister Pistorius will Bundeswehrsoldaten für Litauen-Einsatz verpflichten
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Verteidigungsminister Boris Pistorius will erstmals Soldaten für den Einsatz der Bundeswehr-Brigade in Litauen verpflichten. Wie die «Welt» und die «Bild» berichten, reichen die freiwilligen Meldungen nicht aus, um die geplante Truppenstärke zu erreichen. Bis Ende 2027 sollen rund 5.000 deutsche Soldaten dauerhaft in Litauen stationiert werden, um die Nato-Ostflanke an der Grenze zu Belarus zu stärken.

Daniel Bockwoldt/DPA/Keystone
Verteidigungsminister Boris Pistorius
Daniel Bockwoldt/DPA/Keystone

Bislang hatte Pistorius stets betont, die Brigade werde auf freiwilliger Basis aufgebaut. Nun deutet sich ein Kurswechsel an. Zunächst sollen vor allem Spezialisten, etwa aus dem IT-Bereich, verpflichtet werden. Nach Informationen der «Bild» bestehen die Personalprobleme jedoch nicht nur bei Fachkräften, sondern auch bei den regulären Truppenteilen.

Heeresinspekteur Christian Freuding bestätigte den Strategiewechsel. Oberstes Ziel sei es, die volle Einsatzbereitschaft der Brigade bereits im kommenden Jahr zu erreichen. Man werde am Grundsatz der Freiwilligkeit festhalten, diesen aber dort ergänzen, «wo erforderlich» verpflichtende Massnahmen anwenden. Die Entscheidungen würden im Dialog mit den Betroffenen getroffen.

Um den Einsatz attraktiver zu machen, hatte die Bundesregierung in den vergangenen Jahren zusätzliche Zulagen beschlossen. Für Familien wurden deutsche Schulen in Litauen eingerichtet, Partner erhalten Unterstützung bei der Jobsuche. Dennoch blieb die Zahl der Bewerber hinter den Erwartungen zurück. Zusätzlich räumte das Verteidigungsministerium ein, dass Auslandszulagen für mehrere Standorte in Litauen wegen eines Berechnungsfehlers zu hoch angesetzt worden waren. Die Beträge sollen zum 1. Juli korrigiert werden.

Die Brigade Litauen gilt als eines der wichtigsten Projekte der deutschen Sicherheitspolitik seit Beginn des Ukraine-Kriegs. Erstmals stationiert Deutschland dauerhaft einen kampfbereiten Grossverband im Ausland. Die Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung werfen jedoch Fragen auf, ob die Bundeswehr ihre wachsenden Nato-Verpflichtungen mit dem bestehenden Personalbestand erfüllen kann.

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