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«Palast der Lüfte»: Zu gross für bundeseigenen Hangar, zu unwichtig für Viola Amherd. Die Ex-VBS-Chefin enthielt der Regierung beim Kauf des Bundesratsjets zentrale Information vor

Der neue Bundesratsjet, auch bekannt als «Palast der Lüfte», ist gleich in mehrfacher Hinsicht eine Nummer zu gross. Die 34 Meter lange Riesenmaschine hat im Flughafen Bern-Belp bekanntlich keinen Platz, weil der bundeseigene Hangar zu klein ist.

Dort muss der Bund jetzt eine neue «Parkplatz»-Halle bauen lassen, was die «Operation Bundesratsjet» nochmals deutlich teurer werden lässt. Im Verteidigungsdepartement (VBS) hatte man davon von Anfang an gewusst. Doch Ex-VBS-Vorsteherin Viola Amherd hielt es offenbar nicht für notwendig, ihre Kollegen in der Landesregierung darüber zu informieren.

© KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
Bundesraetin Viola Amherd schreitet zu einer Anhoerung bei der Sicherheitskommission des Nationalrates SIK-N, am Dienstag, 25
© KEYSTONE / PETER SCHNEIDER

Dies decken Recherchen der Weltwoche, gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz (BGÖ) auf. Aus dem Antrag, mit dem die damalige VBS-Chefin im Sommer 2023 in den Bundesrat gegangen ist, geht hervor: Amherd hat den restlichen Mitgliedern der Landesregierung offenbar wesentliche Informationen vorenthalten.

Im Antrag, mit dem Amherd damals den Bundesrat vom Kauf des Jets überzeugen konnte, war nämlich keine Rede von einem Neubau. Zwar wies das VBS darauf hin, dass «Anpassungen an den Immobilien» notwendig seien. Mehr gab man aber nicht preis.

Das ist besonders mit Blick auf die Kosten brisant. Schliesslich muss sich der Bund jetzt just wegen des Neubaus am Flughafen Bern-Belp einmieten. Kostenpunkt: Eine halbe Million jährlich, wie die Weltwoche aus gutinformierten Kreisen weiss. So viel soll der Flughafen Bern-Belp vom Bund verlangen.

Derlei Mietkosten wären nicht entstanden, wenn der Bombardier Global 7500 im bundeseigenen Hangar hätte untergebracht werden können – also lediglich «Anpassungen» notwendig gewesen wären. Pikant: Im Antrag schätzte das VBS die Kosten im Zusammenhang mit dem Hangar auf rund drei Millionen Franken. Dieser Betrag reicht gerade einmal dafür, die Mietkosten für wenige Jahre zu begleichen.

Wie teuer das Ganze für den Steuerzahler werden könnte, wird sich erst noch zeigen. Gegenwärtig verhandelt der Bund nach wie vor mit dem Flughafen Bern-Belp über den Hangar, der 2026 bereitstehen soll. Ein Vertrag über die künftige Nutzung liegt noch nicht vor.

Bereits heute aber ist klar: Der «Palast der Lüfte» ist nicht bloss in physischer Form eine schwere Kiste, sondern auch in monetärer Hinsicht. 103 Millionen Franken schwer ist die kolossale Maschine für den Steuerzahler, womit die jährlichen Kosten noch nicht miteingerechnet sind. Sie allein betragen gemäss Schätzungen nochmals rund 20 Millionen Franken. In Bern kann man sich das leisten.

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