Ich hatte Glück in meinem Leben. Ich habe gearbeitet und hatte Freude und bin stolz. Wenn ich zurückblicke, 50 Jahre, das ist ja eine Zeit. Das ist eine lange Zeit und es macht mich auch stolz, zu sehen, was mein Vater alles aufgebaut hat und was ich weiterführen durfte. Mein grösster Wunsch, dass er das Geschäft einmal übernimmt, ist in Erfüllung gegangen. Da bin ich sehr, sehr stolz und glücklich, dass er den Schritt gemacht hat. Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie zur internationalen Ausgabe von Weltwoche Daily, die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt und zuversichtlich am Donnerstag, dem... 20. August 2026, heute mit der neuen gedruckten Weltwoche, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Neutralität beschäftigt. Das ist ja die ganz große Diskussion in der Schweiz, der Streit um die schweizerische Neutralität. Schweizerische Neutralität, das ist einzigartig, weltweit ein Unikat, immerwährend, das heißt in Friedens- und in Kriegszeiten. Beständig, permanent, glaubwürdig, bewaffnet. Das heißt, die Schweiz ist in der Lage, glaubwürdig potenzielle Aggressoren abzuschrecken, beziehungsweise einem möglichen Angreifer einen dermaßen hohen Eintrittspreis zuzumuten, dass dieser betreffende Möchtegern oder Potenzialaggressor auf eine militärische Konfrontation mit der Schweiz verzichtet. Und drittens ist die schweizerische Neutralität auch umfassend. Das heisst diplomatische Neutralität, wirtschaftliche Neutralität und sowieso militärische Neutralität. Das Ganze ist im Grunde einfach, aber es gibt ein paar anspruchsvolle technische mögliche Stolpersteine. zum Beispiel, dass Das klassische Neutralitätsrecht, auf das sich in der Schweiz viele beziehen, und sie sagen, die Schweiz ist neutral, auch wenn sie gar nicht mehr neutral ist, dann meinen sie, dass sich die Schweiz eben ans klassische Neutralitätsrecht hält, dass wir eben nicht einseitig militärisch Staaten unterstützen. Aber das ist viel zu klein, viel zu wenig ausgreifend. Das ist schon eine ausgehöhlte Neutralität, wenn man sich nur auf diesen völkerrechtlichen Kern... Konzentriert, nein, die schweizerische Neutralität ist etwas sehr Umfassendes. Es enthält rechtliche Aspekte, politische Aspekte. Wir machen nicht mit im Krieg von Drittstaaten. Wir verhalten uns neutral. Keins von beiden, keine Partei ergreifen, niemanden einseitig unterstützen. Früher war es so, wenn man Waffen geliefert hat, auch unsere Rüstungsindustrie war exportabhängig, dann... musste man beide Kriegsparteien oder mehrere Kriegsparteien, die involvierten Kriegsparteien, entsprechend ausstatten. Einseitigkeit war nicht erlaubt. Dann ist immer wieder der Vorwurf aufgetaucht, dass die Schweiz mit ihrer Neutralität kriegsgewinnerische Geschäfte gemacht hat. Hier hat man den sogenannten Courant Normal eingeführt, das heisst das Verbot von Umgehungsgeschäften, das Einfrieren von entsprechenden Geschäftsaktivitäten, sodass die Schweiz eben nicht... einseitig nutzen oder Profit ziehen kann, wenn etwa Russland sanktioniert ist und alle Russlandgeschäfte würden dann über die Schweiz laufen. Das hat man schon lange abgestreift. Aber selbstverständlich ist natürlich die Neutralität ein Erfolgs- und auch ein Wohlstandsfaktor. Denn wenn du dich aus Kriegen raushältst, dann wirst du auch nicht zerstört. Und das ist ja die Erfahrung Deutschlands im letzten Jahrhundert. Ich meine, diese Kriege, die Enteignungen, die Inflationen, Die Währungsreformen, da sind nicht nur Millionen und Abermillionen von Menschen umgebracht worden, es sind nicht einfach nur Städte in Schutt und Asche gelegt worden, sondern es ist immer auch wieder der erarbeitete Wohlstand vernichtet worden, immer und immer wieder. Deutschland wäre prädestiniert dazu, eine Neutralität nach schweizerischem Vorbild zu übernehmen. Österreich hat das gemacht nach dem Zweiten Weltkrieg, aber auch dort hat es die Neutralität heute schwer, weil wir eben in moralisierenden Zeiten leben. Und alle haben das Gefühl, sie müssen da demonstrieren, wie mit der Armbinde, wofür sie stehen, dass sie auf der richtigen Seite der Geschichte stehen. Darum sage ich, make Switzerland neutral again. Wir sind eben nicht mehr ganz neutral. Wir sind militärisch noch neutral, aber wir haben die EU Wirtschaftssanktionen übernommen. Das ist ein riesiger Fehler, bringt nichts, zwingt Russland nicht in die Knie. Und es ist auch nicht der Krieg Deutschlands oder der Europäischen Union, der jetzt in der Ukraine tobt. Da hat man sich einfach hineingeredet. Und Politiker, die selber unter diesem Krieg gar nicht zu leiden haben, die haben aus Profilierungssucht, aus Geltungsbedürfnis, sich da ganz weit aus dem Fenster hinausgelehnt. Und man hat da natürlich eine sehr folgenreiche, ja auch verheerende, für Europa verheerende Politik gemacht. Jetzt kommt man nicht mehr raus und muss sich immer noch weiter hineinsteigen. Und wir sind da auf einer abschüssigen Bahn, meine Damen und Herren. Man hat angefangen, Sie sehen das in Deutschland, mustergültig. Am Anfang hiess es, wir schicken kugelsichere Westen und Helme. Und dann war man bei Panzern, man dachte über... Marschflugkörper nach, Sie erinnern sich an die Taurus-Debatte, das ist heute gar nicht mehr notwendig, weil diese Waffen nicht kriegsentscheidend waren. Jetzt unterstützt man die Ukraine anders. Der Taurus ist durch die Hintertüre längst umgesetzt, weil die Deutschen die Ukrainer darin unterstützen, Terrorangriffe auf die russische Infrastruktur zu führen. Jetzt können Sie natürlich ein moral-theologisches Seminar darüber machen, ob das berechtigt ist oder nicht. Ich schaue es realpolitisch an und ich sage, jede Eskalation ... produziert im Krieg eine Gegeneskalation. Ich habe gestern über die Odyssee und über die Ilias gesprochen. Von Homer ist auch heute Zeitungsthema in Deutschland. Aufgrund des Erfolgs von diesem Odyssee-Film, der nach dem Trojanischen Krieg handelt. Dort sehen Sie den Archetypen eines Kriegs, der einfach aus dem Ruder gelaufen ist. Und wie viele solcher Erfahrungen will man eigentlich noch machen in Europa, in Deutschland, bis man zur Vernunft kommt und sagt, Freunde, jetzt hören wir mal auf mit diesem Moralismus mit dieser Selbstgerechtigkeit, auch wir, auch der Westen, hat einen ganz entscheidenden Anteil an diesem Krieg. Sie kennen die Argumente und das ist wichtig, immer wieder daran zu erinnern. Aber weil eben die Medien, weil unsere ganze Polizszene so einseitig in diesem Ding drinsteckt, können sie auch nicht erwarten, dass darüber sorgfältig neutral berichtet wird. Also die Neutralität, das ganz grosse Thema in der Schweiz, die Volksinitiative hat es schwer, Ich möchte ja beliebt machen, dass das verwirrte, mit Identitätsfragen ringende Deutschland, Deutschland steckt in einer Identitätskrise, in einer politischen, viele bewährte Pfeiler der Vergangenheit, sind ins Wanken geraten, die Nibelungentreue zu den Vereinigten Staaten. Da gibt es einfach nicht nur automatische Interessenübereinstimmung. Die EU ist von einer sicheren Bank zu einem Problemhaufen. Man ist zurückgeworfen auf den Nationalstaat, den man eigentlich loswerden wollte. Und sie haben intern diese Funkstörung zwischen West und Ost. Wer sind wir Deutsche eigentlich? Wer sind die Deutschen? Was ist sozusagen die Vision für unser Land? Wie sehen wir uns auf der Welt? Das Ganze natürlich vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte. Schmerzhaft, nicht so einfach auszudiskutieren. Aber das ist eine der Gretchenfragen der Gegenwart. Anschlag auf Nord Stream Pipelines. Ermittler nehmen Mut. mutmasslichen Mittäter fest. Der Spiegel berichtet, nach Angaben nach Sicherheitskreisen soll es sich dabei um Volodymyr handeln, einen ukrainischen Taucher. Also die Ukraine, der Name wird hier nicht vollständig angegeben, sind da nach diesen Ermittlungserkenntnissen integral beteiligt an der Zerstörung, an der terroristischen Zerstörung einer systemrelevanten Erdgasinfrastruktur, Energieinfrastruktur, so wollte ich es formulieren, in Deutschland und man wollte das ja am Anfang gar nicht aufklären. Man hat Ermittlungsergebnisse unter Verschluss gehalten, schwedische Berichte. Es gab Aussagen im Bundestag, dass man ausdrücklich dieses Verbrechen unter den Teppich kehren wollte, weil es eben gesinnungsmässig eben nicht ins Bild passt, das herausfinden zu wollen. unglaublich und jetzt hat man ukrainische Verdächtige, mutmassliche Täter, und das sollte ja den Deutschen auch aufzeigen oder eine sachliche Realität. ...listischen Politik, einer politischen Führung vor Augen führen, dass diese Ukraine nicht einfach der Freund Deutschlands ist. Also wenn man ein befreundetes Land ist, dann zerstört man nicht die Energieinfrastruktur in dieses Land. Das macht man einfach nicht. Und allein an diesem Beispiel sehen Sie doch, dass da etwas nicht stimmt, dass diese ganze Verherrlichung und diese Verhätschelung und diese Aufmunitionierung der Ukraine, das entspricht doch nicht deutschen Interessen. Das ist eine Art Selbsterniedrigung. Deutschland macht sich zum Zwerg, aber gleichzeitig schwingt man sich auf zum eingebildeten Scheinriesen der Politik und der Rüstung mit entsprechenden Siegesfantasien gegenüber Russland. Ich habe jetzt wieder angefangen mit Wladimir Solowjow zu sprechen. Natürlich auch dieser russische TV-Journalist, seine Rhetorik zum Teil sehr extrem ausfällig, ist auch nicht ein Zeichen von Stärke, wenn man da herumflucht. Aber interessant, dass man darüber redet. Dass man sich verständigt, weil das sonst in unseren Medien, vor allem in ihren Medien in der EU, überhaupt nicht mehr vorkommt. Das ist die Weltwoche. Wir lassen uns nicht befehlen, mit wem wir zu reden haben. Und als neutraler Schweizer weigere ich mich, die Welt einfach in Gut und Böse aufzuteilen. Das wird mir ja auch gelegentlich um den Kopf geschlagen, um die Ohren geschlagen, wenn ich etwa im NOS-Konflikt mich da nicht in die Kampfreie der absoluten Israel-Kritiker stelle. Versucht das halt immer etwas unmoralistisch, wertneutral gewissermaßen darzulegen. Nur dann, wenn die Selbstgerechtigkeit der einen Seite zu groß wird, dann halte ich auch dagegen und lasse etwas die Luft raus. Das ist hier unser Prinzip. Am 7. September startet meine Deutschlandstournee in Lübeck. Melden Sie sich an. Beginn 20 Uhr, Türöffnung. Ab 19 Uhr, ich freue mich sehr auf die Diskussionen in Norddeutschland, in der Thomas-Mann-Stadt. Sichern Sie sich das Ticket auf www.weltwoche.de-vortrag-schrägstrich. Ich wiederhole, www.weltwoche.de-vortrag-schrägstrich. Die Weltwoche, die neue Ausgabe mit dem Artikel von Russell Berman. Das ist etwas vom Besten, was man lesen kann. Zum Thema Sachsen-Anhalt. Der dekorierte Stanford-Professor und ehemalige Berater amerikanischer Präsidenten war jetzt durch Zufall auf einer Recherchereise wegen eines ganz anderen Themas auch in Sachsen-Anhalt unterwegs. Und er hat dort viele Leute getroffen, sich mit ihnen unterhalten und hat dann auch ein Interesse entwickelt, mit ihnen über die politischen Umstände zu sprechen. über die AfD und viele AfD-Anhänger haben sich ihm gegenüber geöffnet. Und das ist einfach hochinteressant, was er da schreibt. Das ist sozusagen ein Monument der politischen Gelassenheit, was wir da abdrucken und völlig jenseits dieser Hühnerhaufen-Hysterie, die sie jetzt da in den deutschen Medien haben. Aber es ist eben nicht nur eine Hühnerhaufen-Hysterie, sondern es wird da eben auch ein, wie ich meine, schrecklicher Missbrauch mit der Geschichte betrieben. Ja wachsam bleiben bei jeder neuen Partei, aber wenn man dann jede Regung und alles auf einem unglaublichen Abstraktionsniveau jetzt der AfD gleichsetzt oder vergleicht mit der NSDAP, dann vergewaltigt man auch die deutsche Geschichte. Bei allem Verständnis ja dafür, dass da vielleicht die Alarmsirenen bei den einen oder anderen ringen, aber man sollte einfach sehr, sehr vorsichtig sein, wenn man diese Keule auspackt, diese Rhetorik. Ich bin etwas bestürzt, wenn ich jetzt da lese, in den deutschen Zeitungen, sowohl Welt- wie auch Frankfurter Allgemeine Zeitung, dass Charlotte Knobloch, die Vorsitzende der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Vergleiche zieht zwischen der AfD und der NSDAP. Und ich habe es dann jetzt neugierig angeschaut und sage, ja was meint sie dann? Und sie hat ein Interview gegeben mit dem Stern, und ich zitiere, was da einfach in der FAZ wiedergegeben wird. Natürlich sahen die Nazis von damals anders aus, hatten Uniformen, waren anders organisiert. Sie hatten von Anfang an klar gemacht, was sie vorhatten, wie ihre Politik aussehen würde. Jeder konnte das wissen. Zugleich sagte sie auf Frage nach einem Vergleich zwischen AfD und Siegeszug der NSDAP und der SGB. Man kann es nicht gleichsetzen, aber vergleichen sollte man. Ja, aber man sollte es dann auch vergleichen. Und es gibt noch ein paar andere Unterschiede. Es gibt ganz wesentliche programmatische Unterschiede. Und da kann man jetzt einfach nichts gleichsetzen. Und dann ist der Begriff vergleichen auch nicht ganz ehrlich. Was soll denn da verglichen werden? Wenn man es vergleicht, dann müsste man ja auch die Schlussfolgerung ziehen. dass es etwas ganz anderes ist. Aber mit dieser Aussage wird doch irgendwie versucht, das Ganze ins gleiche Zwielicht hineinzustellen. Und da muss man schon bei allem Verständnis und Respekt jetzt auch natürlich vor der Biografie einer sehr betagten Persönlichkeit, die natürlich als historische Zeitzeugung etwas sagt, da möchte ich dann schon auch etwas Konkreteres wissen. Und ja, was ist jetzt genau die Übereinstimmung? Was ist genau der Punkt? Und da sagt Frau Knobloch, ich sage nur, was da zitiert wird, ja, das sei eben die Radikalisierung. Die NSDAP hat einmal klein angefangen und ausprobiert, was alles möglich ist. Was ich einfach herauslese aus diesen Aussagen ist ein fundamental Misstrauen von Frau Knobloch gegenüber dem deutschen Wähler. Also allein die Tatsache, dass da eine Partei aus dem Volk heraus wächst und sich traut, Missstände im Staat anzusprechen und auch das Thema des Nationalstaats, der nationalen Identität nach vorne zu bringen. und auch einer falschen Migrationspolitik, also wir und die anderen. Diese Abgrenzung, quasi die Hypostasierung der eigenen Volksgemeinschaft, das ist ja dann sozusagen der Wahnsinnsrassismus der Nazis gewesen, sozusagen die ideologische Grundlage dieser totalitären Weltanschauung, die aber nie ein Geheimnis daraus gemacht hat, wen sie als Feind anschaut und wen sie dann als Feind auch behandeln wird, wenn sie dereinst an die Macht kommt. mit der Absicht, die Demokratie und den Rechtsstaat nach herkömmlichem Zuschnitt abzuschaffen. Nichts davon haben wir in der AfD. Und deshalb muss man schon auch etwas warnen vor dieser Verharmlosung. Das ist ja das offensichtliche Verharmlosung des Frühen und der Dämonisierung des Gegenwärtigen, was immer auch eine Dämonisierung der Wähler ist und sozusagen auch eine... Ziemlich harte Aussage, wenn man so will. Eine Absage im Grunde an die Mündigkeit des deutschen Wählers, die hier geleistet wird. Aber die deutschen Medien trauen sich da natürlich nicht so bei dieser Instanz dagegen halten. Ja, sie plädiert für radikale Mittel zur Bekämpfung dieser Radikalen. Ja, Deutschland. Man muss lernen, was eine Demokratie ist. Das klingt jetzt sehr überheblich aus der Schweiz, aber es ist so. Und richtig ist Skepsis gegenüber schnell wachsenden Parteien. Da bin ich voll bei Frau Knobloch. Aber das reicht dann einfach nicht. Ja, die Partei wächst. Ja, da drücken sich einige etwas drastisch aus. Es ist dann sehr unspezifisch, wenn man sich vor Augen hält. was eben die NSDAP tatsächlich wollte. Also lesen Sie hier unbedingt als Gegenstück Russell Berman aus Stanford, ein wirklich hochgeachteter amerikanischer Gelehrter, der es etwas anders sieht. Baden-Württembergs Finanzminister stellt Länderfinanzausgleich für mögliche AfD-Regierungen infrage. Also wenn die AfD die Regierung übernehmen sollte in Sachsen-Anhalt, soll der Länderfinanzausgleich dahin fallen? Das sind... besorgniserregende Gedanken. Ich meine, das ist die Außerkraftsetzung des Rechtsstaats. Darüber sollte man sich vielleicht auch einmal Gedanken machen. Die Grünen-Vorsitzende Franziska Brandner hat sich nach den Äußerungen des israelischen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir für eine scharfe Sanktion ausgesprochen. Ich fordere die Bundesregierung auf, gegen diesen Mann ein Einreiseverbot zu verhängen. Das ist alles Unsinn. Genauso unsinnig, wie man Einreiseverbote gegen russische... Politiker oder Wirtschaftsleute verhängt, das ist diese Politik des moralischen Zeichensetzen, das ist diese Gutmenschen-Politik, da geht es einfach darum, dass sich Politiker profilieren wollen, sie wollen zeigen, wir sind die Guten und die anderen sind die Bösen. Mich interessiert eine andere Frage. Die Israeli, das ist ein demokratisches Volk, Rechtsstaat. Innerlich sehr zerstritten, oppositionell. Das ist eine richtige freiheitliche Streitkultur, die sie haben. Israel kommt ja begrifflich vom Verständnis Streiten, Ringen mit Gott. Also man legt sich sogar mit dem Allmächtigen an, aber eben auch mit sich selbst. Und dieser Ben-Gwir ist tatsächlich ein Exponent einer, wie es heisst, radikalen Rechten in Israel. Und mich würde einmal interessieren, Was ist das eigentlich für eine radikale Rechte? Warum hat die zugelegt? Was sind da die historischen Begleitumstände? Aber das wird alles nicht erklärt. Das genügt sich dann mit Etikettierung, Abservierung. Das ist der Punkt. Simon Strauss, der interessante Feuilleton-Redaktor der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, hat einen sehr guten Bericht geschrieben über das Sommerinterview auf Sat.1 zwischen einem Reporter und dem SPD-Vorsitzenden und Vizekanzler Lars Klingbeil. Titel, nach diesem Interview wählt auch der letzte Arbeiter die AfD. Finde ich grossartig, dass die deutschen Journalisten etwas kritischer werden gegenüber diesen Interview-Ritualen, gegenüber dieser bengalischen Beleuchtung deutscher Politiker. Das war ja früher nicht anders, aber allmählich setzt sich da doch ein etwas elite-kritischeres Bewusstsein durch. Also es verändert sich in Deutschland einiges. Ich vergleiche das immer mit meiner Zeit vor 20 Jahren, als ich dort gearbeitet habe. Heute sind die Journalisten, auch die Mainstream-Journalisten, die dem Mainstream gegenüber viel zu unkritisch sind, die sind kritischer geworden, die haben feinere Antennen und die merken da, wenn die Schaunenschläger auftreten. Das fehlte früher, weil eben das gar nicht so richtig durch eine Opposition herausgefordert wurde. Also diese AfD, jetzt wird mir Frau Knobloch und andere, werden wir dann Gegenstände, falls sie es zur Kenntnis nehmen, um die Ohren werfen. Diese AfD, egal was sie davon halten. Die tut der deutschen Politik, die tut der deutschen Demokratie gut, weil man jetzt wieder gezwungen ist, über Standpunkte zu reden, die man vielleicht daneben findet, aber man kann sie dann widerlegen. Das ist Demokratie. Widerspruch, Nein sagen, widerlegen. Alles andere ist Konformismus. Dann fordert der Experte bei Lanz plötzlich Vergeltung gegen Russland. Auch wieder so ein Schreibtisch-Experte, der nie im Ernstfall gebraucht wurde. Offensichtlich hat da ein TV-Experte... Gesagt, selbstverständlich, die AfD erfällt Unterstützung aus Russland. Da werden einfach Dinge unterschoben, unterstellt. Natürlich keine kritische Gegenfrage von Markus Lanz. Wo sind die Beweise? Sie unterstellen da eine Art Landesverrat. Das sind ungeheuerliche Verleumdungen, Verunglimpfungen, die da einfach geäussert werden dürfen. Und eben gleichzeitig die Forderung dieses Experten, Deutschland müsse jetzt zurückschlagen, müsse Vergeltung üben wegen Leipzig. Dabei weiss man ja noch gar nicht, wer hinter diesem Drohnenanschlag steckt. Also hier hat sich doch eine völlig irrationale Pseudodebatte verselbstständigt. So geht es nicht, so läuft doch das nicht. Und Deutschland, vor allem auch das Offizielle, das Talkshow-Deutschland, das Polit-Deutschland, in dieser Blase des Gutmenschentums, des Wokismus, des Gesinnungsmoralismus, man gefällt sich da in der moralisierenden Pose ohne Rücksicht. auf die Konsequenzen, ich habe es hier schon oft gesagt, keine Kosten nutzen, Überlegungen. Und da sind wir zurückgeworfen auf die berühmte Unterscheidung des Soziologen Max Weber, der differenziert da zwischen Gesinnungsethik und Verantwortungsethik. Gesinnungsethik, das ist, wenn ich sage, ich bin der gute Mensch, mir geht es um die gute Gesinnung, Putin ist böse, wir müssen gegen ihn Krieg führen. Also in diesen absoluten, absolutistischen moralischen Kriterien. argumentiere, das ist der Gesinnungsethiker und der Verantwortungsethiker würde sagen, ich finde das nicht gut, was die Russen machen, ich finde es ganz schlimm und selbst wenn all diese Gräueltaten stimmen, die man ihnen da unterschiebt, obwohl man in der Propagandakriegsführung keiner Seite wirklich glauben kann, ungeachtet all dessen, selbst wenn alles stimmt, müssen wir einen anderen Kurs fahren, weil es einfach mit Blick auf die Konsequenzen nicht zu verantworten wäre, eben diesen gesinnungs absolutistischen Kurs. zu fahren. Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen ganz herzlich für die Aufmerksamkeit. Abonnieren Sie Meinungsvielfalt, abonnieren Sie die andere Sicht. Die Weltwoche, weltwoche.de Attraktive Angebote. Ich freue mich auf Sie. Spätestens am 7. September in Lübeck haben wir Gelegenheit, uns persönlich kennenzulernen. Make Switzerland Neutral again. Ja, auch die Schweiz ist aus der Spur, aber wir setzen alles daran, um hier wieder richtig einzuspuren. Bis bald. Ihnen einen schönen Tag. Ich hatte Glück in meinem Leben. Ich habe gearbeitet und hatte Freude. Und ich bin stolz. Wenn ich zurückblicke, 50 Jahre sind schon eine Zeit. Es ist eine lange Zeit und es macht mich auch stolz, zu sehen, was mein Vater alles aufgebaut hat und was ich weiterführen durfte. Mein grösster Wunsch, dass er das Geschäft einmal übernimmt, ist in Erfüllung gegangen. Da bin ich sehr, sehr stolz und glücklich. Das hat er schon gemacht.