Belarus wird nach den Worten von Präsident Alexander Lukaschenko keine eigenen Soldaten in den Krieg gegen die Ukraine entsenden. Vor hochrangigen Offizieren und Militärabsolventen erklärte der langjährige Machthaber, niemand werde belarussische Truppen «in dieses Blutbad schicken». «Wir brauchen keinen Krieg. Es ist schlimm genug, dass in der Ukraine Krieg herrscht. Wir setzen auf eine friedliche Lösung», sagte Lukaschenko. Darüber berichtet die Financial Times. Die Äusserungen erfolgten nach einem ungewöhnlichen zweitägigen Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und unmittelbar vor einer Reise Lukaschenkos nach Peking zu Gesprächen mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping.
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Mit der Erklärung zerstreute Lukaschenko Spekulationen, Russland könne seinen engsten Verbündeten zu einem direkten Kriegseintritt drängen. Zwar hatte Belarus Moskau bereits 2022 erlaubt, sein Staatsgebiet als Ausgangsbasis für den Angriff auf die Ukraine zu nutzen. Russland stationierte später zudem Atomwaffen und moderne Raketensysteme in Belarus. Eigene belarussische Truppen hielt Lukaschenko jedoch bislang aus den Kämpfen heraus. Stattdessen fanden in den ersten Kriegswochen Friedensgespräche in Belarus statt. Die Ukraine hatte Belarus zuletzt gewarnt, Relaisstationen abzuschalten, über die russische Drohnen gesteuert worden sein sollen. Minsk kam dieser Forderung wenige Tage später nach.
Zugleich bemüht sich Lukaschenko seit der Rückkehr von Donald Trump ins Weisse Haus um eine vorsichtige Annäherung an den Westen. In den vergangenen Monaten liess Belarus Hunderte politische Gefangene frei und erreichte im Gegenzug eine teilweise Lockerung westlicher Sanktionen. Xi Jinping sicherte Minsk unterdessen die Unterstützung Chinas für dessen «Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität» zu.