Niedersachsen schafft das schriftliche Dividieren in der Grundschule ab. Ab dem Schuljahr 2026/2027 sollen eingeschulte Kinder diese Rechenmethode nicht mehr lernen. Das berichtet die Bild-Zeitung. Die neuen Lehrpläne gelten zunächst für die Klassen 1 und 2, spätestens ein Jahr später auch für die Klassen 3 und 4.
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Künftig sollen Schüler stattdessen mit der halbschriftlichen Methode rechnen. Dabei werden grössere Zahlen in kleinere Schritte zerlegt und die Ergebnisse anschliessend addiert. Ziel sei es, Kindern den Umgang mit grösseren Zahlen zu erleichtern.
Die Entscheidung stösst auf Kritik. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Stefan Düll, warnt: «Der Schritt in Niedersachsen kann sich auf der weiterführenden Schule rächen.» Dort stehe das schriftliche Dividieren wieder auf dem Lehrplan, zudem würden dort Problemlösungs-Kompetenzen verlangt, «die in den Grundschulen nun noch einmal weniger geübt werden».
Auch Susanne Lin-Klitzing, Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, äusserte sich kritisch. Das schriftliche Dividieren sei «das komplexeste» der vier Grundrechenarten und erfülle wichtige Funktionen. Leistungsstarke Schüler würden um «Kompetenzerlebnisse» gebracht, die «kognitive Entwicklung verflacht».
Unterstützung kommt hingegen aus der Wissenschaft. Die Dortmunder Mathematik-Didaktikerin Susanne Prediger sagte dem Spiegel, der Lehrplan werde «an den richtigen Stellen entschlackt», um mehr Zeit für Grundlagen zu schaffen.