Eine Schmieraktion gegen die Klagenfurter Traditionskonditorei Zehrer hat den seit Monaten schwelenden Streit um die Bezeichnung einer Schokoladenspezialität weiter verschärft. Nach Angaben des Unternehmens beschmierten Aktivisten die Fassade und Schaufenster des Geschäfts mit Parolen und brachten Protestplakate an. Die Konditorei erstattete Anzeige, die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Dies berichtet das österreichische Portal Heute.
zehrer.at
Auslöser der Auseinandersetzung ist eine Nussschokolade, die seit Jahrzehnten unter der Bezeichnung «Negerbrot-Schokolade» verkauft wird. Nachdem der Produktname Ende 2025 in sozialen Medien Kritik ausgelöst hatte, erklärte die Konditorei gegenüber der Kleinen Zeitung, die Spezialität werde intern bereits seit längerer Zeit «Erdnussbrot» genannt. Eine offizielle Umbenennung lehnt der Familienbetrieb jedoch ab. Viele Stammkunden kennten das Produkt seit Generationen unter dem bisherigen Namen und verbänden damit Kindheitserinnerungen. Die Bezeichnung sei nicht abwertend gemeint und werde mit der Zeit ohnehin aus dem Sprachgebrauch verschwinden, hiess es.
Mit dieser Haltung wollte sich das «Widerstandskollektiv Klagenfurt/Celovec» nicht zufriedengeben. Die Gruppe bekannte sich zu der nächtlichen Protestaktion und veröffentlichte Bilder davon in den sozialen Medien. Nach eigenen Angaben richtete sich die Aktion gegen den Verkauf einer Schokolade, die aus Sicht der Aktivisten eine rassistische Bezeichnung trage. Auf den angebrachten Plakaten standen unter anderem Parolen wie «Kindheitserinnerungen rechtfertigen keinen Rassismus». Das Kollektiv erklärte, die Konditorei bereits Ende 2025 auf die aus seiner Sicht problematische Produktbezeichnung hingewiesen zu haben. Nachdem eine Umbenennung abgelehnt worden sei, habe man mit der Aktion ein Zeichen gegen Rassismus setzen wollen.
Der Geschäftsführer der Konditorei verurteilte das Vorgehen als feige. Die Täter seien vermummt in der Nacht aufgetreten, statt ihre Kritik offen vorzubringen. Weniger als einen Tag nach der Schmieraktion reagierte das Unternehmen zudem mit einer neuen Sonderedition seines Produkts. Im Webshop wird eine «Linksextreme Edition Zartbitter» angeboten, die ausdrücklich auf den Vorfall Bezug nimmt. Die Auseinandersetzung hat damit neben einer strafrechtlichen auch eine wirtschaftliche und politische Dimension erhalten. Klagenfurts Vizebürgermeister Patrick Jonke sprach von einem gezielten Angriff auf einen traditionsreichen Familienbetrieb und forderte eine rasche Aufklärung der Tat.