Der Iran und Israel haben ihre militärischen Operationen gegeneinander vorerst eingestellt. Die iranischen Revolutionsgarden teilten am Montag mit, die Angriffe würden beendet, warnten jedoch zugleich vor einer «deutlich stärkeren und entschlosseneren Antwort», falls Israel erneut zuschlage oder feindliche Aktionen gegen den Libanon unternehme. Nach Angaben der Financial Times hat auch Israel beschlossen, seine Angriffe auf den Iran auszusetzen.
Hassan Ammar/AP/Keystone
Die Entscheidung folgt auf die schwerste Eskalation seit Inkrafttreten einer fragilen Waffenruhe im April. In der Nacht hatte der Iran als Reaktion auf einen israelischen Angriff auf ein Hisbollah-Ziel im Süden Beiruts mehrere Raketen auf Nordisrael abgefeuert. Die Salve verursachte nach israelischen Angaben keine Verletzten. Teheran hatte zuvor wiederholt erklärt, Angriffe auf den Libanon als Teil des umfassenderen Konflikts zu betrachten und entsprechend zu reagieren.
US-Präsident Donald Trump drängte beide Seiten öffentlich zur Zurückhaltung. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er: «Israel und der Iran müssen das ‹Schiessen› sofort einstellen.» Wenig später erklärte er, beide Seiten strebten eine «sofortige Waffenruhe» an. Die abschliessenden Verhandlungen über einen Frieden liefen bereits, sofern diese nicht durch «Ignoranz oder Dummheit» behindert würden.
Parallel dazu setzt Washington die Gespräche mit Teheran über eine Ausweitung der Waffenruhe fort. Ziel ist unter anderem die Wiederöffnung der Strasse von Hormus, die seit Beginn des Konflikts weitgehend blockiert ist. Die Meerenge gilt als eine der wichtigsten Energierouten der Welt. Nach Bekanntwerden des iranischen Angriffsstopps gaben die Ölpreise deutlich nach. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent fiel von zeitweise über 98 Dollar auf rund 94,70 Dollar.
Irans Präsident Massud Peseschkian erklärte derweil, sein Land habe die Friedensgespräche nicht aufgegeben. «Diplomatie und Verteidigung sind die zwei Flügel nationaler Stärke; wir haben weder das Schlachtfeld noch den Verhandlungstisch verlassen», schrieb er auf der Plattform X.