Die Gespräche über ein mögliches Friedensabkommen zwischen dem Iran und den USA werden von Protesten im Iran und widersprüchlichen Signalen beider Seiten überschattet. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars demonstrierten am 7. Juni in der nordostiranischen Stadt Maschhad Dutzende Menschen gegen die laufenden Verhandlungen. Die Teilnehmer richteten ihren Protest gegen Aussenminister Abbas Araghtschi, der zuvor die Eckpunkte einer möglichen Vereinbarung mit Washington erläutert hatte.
Auf von Fars verbreiteten Aufnahmen waren Demonstranten zu sehen, die «Tod dem ehrlosen Araghtschi» skandierten. Weitere in sozialen Netzwerken verbreitete Videos zeigten Proteste vor dem Aussenministerium in Teheran. Dort forderten Teilnehmer unter anderem den Rücktritt Araghtschis sowie von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf, der als iranischer Verhandlungsführer in den von Pakistan vermittelten Gesprächen mit den USA gilt.
Auslöser der Proteste waren Aussagen Araghtschis im Staatsfernsehen. Der Aussenminister erklärte, der vorliegende Entwurf sehe die Aufhebung der von den USA verhängten Blockade iranischer Häfen vor. Zudem werde die Kontrolle über die strategisch bedeutende Strasse von Hormus neu geregelt. Die Zukunft der Wasserstrasse zählt zu den zentralen Streitpunkten der Verhandlungen.
In Teheran und anderen iranischen Städten protestieren die Menschen gegen ein mögliches Friedensabkommen mit den USA. Sie fürchten, dass die iranische Führung die Souveränität des Landes aufs Spiel setzt, sie rufen: Tod dem Araghchi! (Irans Außenminister) pic.twitter.com/FyAA4YWvWW
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Während US-Präsident Donald Trump und Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif eine Einigung bereits innerhalb weniger Tage in Aussicht stellten, dämpfte Teheran die Erwartungen. Der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Esmail Baghaei, erklärte, eine Unterzeichnung werde «nicht morgen, am Sonntag», sondern eher in den kommenden Tagen erfolgen. Gleichzeitig betonte er, man sei «noch nie so nah an einer Einigung» gewesen.
Nach Angaben pakistanischer und amerikanischer Stellen könnte die Unterzeichnung eines Rahmenabkommens elektronisch erfolgen. Das Abkommen soll neben der Öffnung der Strasse von Hormus und der Aufhebung der US-Seeblockade auch Verpflichtungen des Irans zum Rückbau seines Atomprogramms enthalten. Vorgesehen sind zudem weitere Verhandlungen über den Umgang mit angereichertem Uran sowie mögliche spätere Lockerungen von Sanktionen. Ob daraus ein umfassendes Abkommen entsteht, ist offen.