Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Nach Verhandlungen in der Schweiz: Iran erhält Zugang zu eingefrorenem Milliardenvermögen und bekräftigt Führungsrolle in der Strasse von Hormus

Anhören ( 2 min )
KI-Stimme
Nach Verhandlungen in der Schweiz: Iran erhält Zugang zu eingefrorenem Milliardenvermögen und bekräftigt Führungsrolle in der Strasse von Hormus
Nach Verhandlungen in der Schweiz: Iran erhält Zugang zu eingefrorenem Milliardenvermögen und bekräftigt Führungsrolle in der Strasse von Hormus
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Die USA und der Iran haben sich bei ihren Verhandlungen auf dem Bürgenstock auf die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte im Umfang von zwölf Milliarden Dollar verständigt. Das erklärte der iranische Chefunterhändler und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf. Die Vereinbarung gilt als bislang greifbarstes Ergebnis der Gespräche zwischen Washington und Teheran.

Keystone
Mohammad Bagher Ghalibaf bei der Ankunft in Zürich zu den Bürgenstock-Gesprächen
Keystone

Nach Angaben des iranischen Zentralbankchefs Abdolnaser Hemmati betreffen die ersten sechs Milliarden Dollar ausstehende Zahlungen Südkoreas für frühere iranische Ölexporte. Die Gelder waren wegen amerikanischer Sanktionen blockiert worden. Bereits 2023 hatte die damalige US-Regierung unter Joe Biden einem Transfer auf ein Konto in Katar zugestimmt. Die Mittel sollten ausschliesslich für Lebensmittel und Medikamente verwendet werden, wurden nach dem Hamas-Angriff auf Israel jedoch erneut eingefroren. Nun soll die Vereinbarung wieder aktiviert werden. Hemmati betonte, die bestehenden Beschränkungen blieben vorerst bestehen.

Parallel dazu lockerten die USA ihre Sanktionen gegen den Iran deutlich. Das US-Finanzministerium erteilte eine bis zum 21. August gültige Ausnahmegenehmigung für Produktion, Transport und Verkauf iranischer Öl- und Petrochemieprodukte. Die Regelung umfasst auch Finanzdienstleistungen, Versicherungen und Transporte im Zusammenhang mit den Exporten.

Die Verhandlungen auf dem Bürgenstock gehen unterdessen weiter. Nach Angaben Teherans wurden vier Arbeitsgruppen eingerichtet. Zwei sollen sich mit dem iranischen Atomprogramm und der Aufhebung von Sanktionen befassen, zwei weitere mit wirtschaftlicher Entwicklung sowie der Umsetzung möglicher Vereinbarungen. Das Schweizer Aussendepartement sprach von einer «Einigung auf einen Fahrplan» und kündigte die sofortige Aufnahme technischer Gespräche an.

Über den Stand der Atomverhandlungen herrscht allerdings weiterhin Uneinigkeit. US-Vizepräsident J. D. Vance erklärte nach den Gesprächen, der Iran habe zugestimmt, internationale Atominspektionen wieder zuzulassen. Teheran widerspricht dieser Darstellung. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete unter Berufung auf das Aussenministerium, über das Atomprogramm werde derzeit nicht verhandelt, neue Verpflichtungen gegenüber der Internationalen Atomenergiebehörde seien nicht eingegangen worden. Eine mögliche Wiederaufnahme von Inspektionen müsse zunächst vom Parlament und vom Nationalen Sicherheitsrat gebilligt werden.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte eine Erklärung Ghalibafs nach seiner Rückkehr aus der Schweiz. Laut der FAZ kündigte der iranische Chefunterhändler an, die Strasse von Hormus werde «niemals in den Zustand vor dem Krieg zurückkehren». Künftig solle die strategisch wichtige Wasserstrasse nach iranischer Vorstellung «im Einklang mit dem Völkerrecht von der Islamischen Republik Iran verwaltet werden». Damit erhebt Teheran faktisch Anspruch auf eine stärkere Kontrolle des Seewegs, über den ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird.

Trotz dieser Differenzen sprechen beide Seiten von Fortschritten. Laut Ghalibaf haben die Gespräche auf dem Bürgenstock «gute Ergebnisse» gebracht. Vance wiederum sieht eine «sehr gute Grundlage für eine erfolgreiche endgültige Einigung». Die technischen Verhandlungen sollen die ganze Woche über fortgesetzt werden.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 04.08.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.