Die Augsburger Allgemeine weigert sich, eine Traueranzeige für den verstorbenen AfD-Kreisrat Paul Traxl zu veröffentlichen. Das geht aus einer Antwort der Zeitung an den AfD-Kreisverband hervor, die von der Partei veröffentlicht wurde. Darin schreibt die Redaktion: «Vielen Dank für Ihre Anfrage, wir nehmen jedoch generell keine Anzeigen Ihrer Partei bei uns auf. Dies sind unsere Unternehmensgrundsätze, die auch Nachrufe betreffen.»
STEFAN SAUER / KEYSTONE
Traxl war am 28. Juli nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 78 Jahren gestorben. Der Zahnarzt gehörte zu den Gründern des AfD-Kreisverbands Aichach-Friedberg und führte diesen seit 2013 bis ins Frühjahr 2026. Seit 2020 sass er für die Partei im Kreistag und war bei der Kommunalwahl 2026 erneut gewählt worden. Noch Ende Juni hatte er am Landesparteitag der AfD in Passau teilgenommen.
Öffentlich machte die Absage der AfD-Politiker Simon Kuchlbauer. Er veröffentlichte die Antwort der Zeitung und erklärte: «Mir fehlen da einfach die Worte.» Die Augsburger Allgemeine begründet ihre Entscheidung mit ihren Unternehmensgrundsätzen, wonach grundsätzlich keine Anzeigen der AfD veröffentlicht werden. Diese Regel gelte ausdrücklich auch für Nachrufe.
Der Vorgang löste insbesondere in sozialen Medien eine kontroverse Debatte aus. Kritiker werfen der Zeitung vor, politische Differenzen selbst über den Tod hinaus fortzuführen. Andere verweisen auf das Hausrecht privater Medienunternehmen bei der Annahme oder Ablehnung von Anzeigen.