Der Zürcher Mitte-Politiker Dominik Mazur hat sich nach dem Rücktritt des deutschen CDU-Politikers Jens Spahn für einen offeneren Umgang mit der Leihmutterschaft ausgesprochen. Im Interview mit der NZZ am Sonntag erklärte Mazur, Leihmutterschaften würden bereits heute von hetero- und homosexuellen Paaren genutzt. «Ich finde, der Umgang mit Leihmutterschaften sollte unverkrampfter werden in der Schweiz», sagte er.
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Mazur wurde 2017 gemeinsam mit seinem Partner mithilfe einer Leihmutter in den USA Vater. Anders als Spahn habe er aus seinem politischen Umfeld keine negativen Reaktionen erfahren. Zwar lehne die Mitte-Partei die Leihmutterschaft offiziell ab, in seinem Umfeld habe er jedoch vor allem positive Rückmeldungen erhalten.
Mit Blick auf Jens Spahn kritisierte Mazur dessen früheres politisches Eintreten gegen die Leihmutterschaft. «Das war nicht ehrlich von Herrn Spahn», sagte er. Zugleich bezeichnete er den Rücktritt des deutschen Politikers als «unschöne, moralisch aufgeladene Politposse».
Mazur sprach sich dafür aus, die Leihmutterschaft in der Schweiz ergebnisoffen zu diskutieren und gesetzlich zu regeln. Klare Rahmenbedingungen könnten aus seiner Sicht Missbrauch und Ausbeutung verhindern. Er verwies dabei auf seine Erfahrungen in den USA, wo medizinische, psychologische und rechtliche Vorgaben für Leihmutterschaften gelten. Mit der Leihmutter seiner Tochter stehe seine Familie bis heute in regelmässigem Kontakt.