Sven Hüber ist mit sofortiger Wirkung als stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zurückgetreten. Hintergrund sind schwere Vorwürfe zu seiner Vergangenheit als DDR-Grenzoffizier sowie die daraus entstandenen juristischen Auseinandersetzungen. Hüber bezeichnet die Anschuldigungen als «verunglimpfend» und «rufmordähnlich». Das berichtet die Welt.
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«Ich möchte während der notwendigen gerichtlichen Auseinandersetzung die täglich neuen, unhaltbaren Anschuldigungen von der GdP abwenden», erklärte Hüber in einer Mitteilung. Er habe selbst rechtliche Prüfungen gegen die Berichterstattung veranlasst. Den Rücktritt habe er nach Gesprächen mit GdP-Chef Jochen Kopelke beschlossen. Seine Zuständigkeiten innerhalb der Gewerkschaft gibt er mit sofortiger Wirkung ab.
Im Zentrum stehen Vorwürfe aus Hübers Zeit in der DDR. Das Portal Apollo News berichtete unter Berufung auf die eidesstattliche Versicherung eines Zeugen, Hüber habe Ende der 1980er Jahre als DDR-Grenzoffizier einen Gefangenen misshandelt. Zudem soll er die Durchsetzung des Schiessbefehls an der Grenze zu Westdeutschland aktiv propagiert haben. Hüber bestreitet die Anschuldigungen. Eine gerichtliche Klärung steht aus.
Unter Druck geraten war der Gewerkschafter zuletzt auch wegen seiner Äusserungen zu einer möglichen AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt. In einem Beitrag hatte er sich mit der Frage beschäftigt, wie sich Polizeibeamte in einem solchen Fall verhalten sollten. Mehrere Landesverbände der GdP distanzierten sich anschliessend von Teilen seiner Aussagen.
Auch die GdP kündigte rechtliche Schritte an. Sie will gegen Urheber von aus ihrer Sicht falschen Behauptungen, Bedrohungen und verzerrter Berichterstattung straf- und zivilrechtlich vorgehen. Wer Hüber im Bundesvorstand nachfolgt, ist noch offen.