Die Berliner Volksbühne hat nach der Absage eines exklusiven Schwimmtags für schwarze Menschen ihr Freibad am Freitag ganz geschlossen und vor dem Theater ein grosses Transparent mit der Aufschrift «Fickt euch!» aufgestellt. Intendant Matthias Lilienthal sagte dem «Tagesspiegel» zu dem Banner: «Das wollen wir unkommentiert so stehen lassen.» Das Bad solle am Samstag wieder öffnen.
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Ursprünglich sollte der Verein Each One Teach One (Eoto) das sogenannte Volksbad am Rosa-Luxemburg-Platz am Freitag exklusiv für Mitglieder der schwarzen Community nutzen. Nach öffentlicher Kritik sagten Volksbühne und Verein die Veranstaltung jedoch aus Sicherheitsgründen ab. Eine sichere An- und Abreise der angemeldeten Besucher sowie ein entspannter Nachmittag könnten nicht garantiert werden, hiess es.
Lilienthal verteidigte das Konzept. Andere Schwimmbäder seien ebenfalls zeitweise für Vereine geschlossen. Die Volksbühne versuche, das Berliner Antidiskriminierungsgesetz umzusetzen und Menschen mit Diskriminierungserfahrung besondere Räume anzubieten.
Linke und Grüne kritisierten die Absage. Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp bezeichnete sie als «unerträglich». Dass ein gemeinsames Schwimmen für schwarze Kinder und Jugendliche wegen Sicherheitsbedenken ausfallen müsse, zeige, «wie sehr Hass und Hetze um sich greifen». Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf sprach von einem «Skandal».
CDU und FDP hatten dagegen bereits die geplante Beschränkung des Schwimmtags kritisiert. CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers sagte: «Ich hatte die Idee eines Volksbades so verstanden, dass es offen für alle ist.» FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyer erklärte, öffentliche Einrichtungen sollten Menschen zusammenbringen und nicht trennen.
Das 25 Meter lange Freibad vor der Volksbühne ist seit dem 7. August kostenlos zugänglich. An einzelnen Tagen wird es für bestimmte Vereine reserviert. Daran will die Volksbühne trotz der Kontroverse festhalten.