Nach mehreren Tagen gegenseitiger Angriffe wollen die USA und der Iran ihre militärischen Operationen vorerst einstellen. Ein ranghoher Vertreter der US-Regierung erklärte gegenüber CNN, beide Seiten würden «vorerst zurückstehen». Gleichzeitig sollen die technischen Gespräche über die Umsetzung der Mitte Juni vereinbarten Absichtserklärung fortgesetzt werden. Bereits am Dienstag sollen sich Vertreter beider Länder in Doha zu weiteren Verhandlungen treffen. Eine offizielle Bestätigung des Iran für die Vereinbarung liegt bislang nicht vor.
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Die Waffenruhe war zuletzt erheblich unter Druck geraten. Nach dem iranischen Drohnenangriff auf ein Frachtschiff in der Strasse von Hormus hatten die USA iranische Militärziele bombardiert. Darauf reagierte Teheran mit einer neuen Welle von Drohnen- und Raketenangriffen auf US-Militärstandorte in der Region. Nach Angaben eines US-Regierungs-Vertreters wurden sämtliche Geschosse abgefangen oder verfehlten ihre Ziele. Verletzte unter US-Soldaten oder Schäden an amerikanischen Einrichtungen habe es nicht gegeben.
Auch US-Verbündete gerieten ins Visier. Bahrain und Kuwait meldeten iranische Angriffe. In Bahrain wurde ein Wohngebäude schwer beschädigt. Katar teilte zudem mit, dass ein Staatsbürger auf einem Schiff durch Splitter infolge der militärischen Auseinandersetzungen getötet und eine weitere Person verletzt worden sei. Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi erklärte gleichzeitig, die Staaten der Region dürften ihr Territorium nicht für Angriffe auf den Iran zur Verfügung stellen.
Trotz der jüngsten Eskalation laufen die diplomatischen Bemühungen weiter. Die Mitte Juni unterzeichnete Absichtserklärung sieht eine 60-tägige Verhandlungsphase über das iranische Atomprogramm, finanzielle Erleichterungen sowie die Zukunft der Strasse von Hormus vor. Die Schifffahrt durch die Meerenge soll nach Darstellung der USA wieder frei möglich sein. Tatsächlich bleibt die Lage jedoch angespannt, da der Iran weiterhin auf einer Kontrolle der Wasserstrasse besteht und die jüngsten Gefechte das Vertrauen in die Waffenruhe erneut erschüttert haben.