Nach zwei schweren Erdbeben vom Mittwochabend (Ortszeit) in Venezuela ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 164 gestiegen. Nach Angaben der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez wurden zudem mindestens 971 Menschen verletzt. Die US-Erdbebenwarte USGS warnt jedoch vor einem deutlich grösseren Ausmass der Katastrophe. Gemäss einer Modellrechnung könnte die Zahl der Todesopfer in die Tausende steigen; mehr als 10.000 Tote gelten als wahrscheinlich. Das berichtet der Tagesspiegel unter Berufung auf venezolanische Behörden und die USGS.
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Nach Angaben der USGS war es das stärkste Erdbeben in Venezuela seit mehr als hundert Jahren. Die Erschütterungen der Stärke 7,2 und 7,5 folgten innerhalb von nur 38 Sekunden aufeinander. Nach Angaben der USGS handelte es sich um eine sogenannte Doublet-Sequenz – ein seltenes Phänomen, bei dem zwei nahezu gleich starke Erdbeben kurz hintereinander in derselben Region auftreten. In Caracas und weiteren Regionen stürzten zahlreiche Gebäude ein, Rettungskräfte suchen weiter nach Verschütteten. Der Notstand wurde ausgerufen, Schulen, Bahnverkehr und der internationale Flughafen der Hauptstadt wurden vorübergehend geschlossen.
Deutschland hat dem südamerikanischen Land inzwischen umfassende Hilfe zugesagt. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bot den Einsatz von bis zu sechs Transportflugzeugen der Bundeswehr an, um Personal und Material des Technischen Hilfswerks (THW) sowie des Deutschen Roten Kreuzes in das Katastrophengebiet zu bringen und Hilfsflüge innerhalb Venezuelas zu ermöglichen. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz und Aussenminister Johann Wadephul sicherten Unterstützung zu.
Die USA kündigten auf Anweisung von Präsident Donald Trump die Entsendung von Such- und Rettungsteams, medizinischer Hilfe und humanitären Gütern an. Auch El Salvador, die Dominikanische Republik, Brasilien sowie mehrere deutsche Hilfsorganisationen stellten Unterstützung für Venezuela in Aussicht.