Prinz Harry, Elton John und weitere prominente Kläger sind mit ihrer Klage gegen die britische Mediengruppe Associated Newspapers Limited (ANL) gescheitert. Der Londoner High Court wies sämtliche Vorwürfe gegen den Verlag der Daily Mail und der «Mail on Sunday» zurück. Richter Matthew Nicklin erklärte, den Klägern sei es im elfwöchigen Verfahren nicht gelungen, ihre Anschuldigungen zu beweisen.
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Harry, Elton John, Elizabeth Hurley sowie vier weitere Kläger hatten ANL vorgeworfen, über Jahre hinweg illegale Recherchemethoden eingesetzt zu haben. Dazu gehörten nach ihren Angaben das Abhören privater Telefongespräche, das Anbringen von Wanzen in Autos und Wohnungen sowie der Zugriff auf medizinische Unterlagen mithilfe falscher Identitäten. Die Mediengruppe bestritt sämtliche Vorwürfe. Das Gericht folgte nun dieser Darstellung und wies alle Forderungen der Kläger zurück.
ANL sprach nach dem Urteil von einem «überwältigenden Sieg» und einer «grossartigen Rehabilitierung des Journalismus der Daily Mail». Das Gericht habe jede der 97 Anschuldigungen zurückgewiesen. Die Vorwürfe der Kläger seien «reisserisch» und «absurd» gewesen. Harry bezeichnete das Urteil dagegen als «schockierend» und sprach gemeinsam mit Mitklägerin Doreen Lawrence von einer «offensichtlichen Vertuschung». Man habe Gerechtigkeit gesucht, diese jedoch nicht erhalten.
Der Rechtsstreit könnte für die Kläger nun auch finanziell teuer werden. Ende Juli stehen weitere Anhörungen zur Verteilung der Prozesskosten an. Nach Angaben von ANL beliefen sich allein die eigenen Verteidigungskosten auf umgerechnet knapp 58 Millionen Euro. Hinzu kommen die Anwaltskosten der Kläger, die ebenfalls im hohen zweistelligen Millionenbereich liegen dürften.
Der Prozess ist der jüngste in einer Reihe von Gerichtsverfahren, mit denen Harry seit Jahren gegen britische Boulevardmedien vorgeht. Zwar erzielte er im Dezember 2023 einen Teilerfolg gegen den Verlag des Daily Mirror und einigte sich Anfang 2025 aussergerichtlich mit den Eigentümern der Sun. Im Verfahren gegen Associated Newspapers erlitt der jüngere Sohn von König Charles III. nun jedoch eine empfindliche Niederlage.