Die Schweizer Armee beschafft Feldgerichte für 18,5 Millionen Franken bei einem estnischen Hersteller. Wie der Blick berichtet, erhielt die Firma Kommivabrik OÜ den Zuschlag, nachdem sie im öffentlichen Beschaffungsverfahren das wirtschaftlich vorteilhafteste Angebot eingereicht hatte.
Der Zuschlag erfolgt wenige Wochen nach Kritik an einer Auslandsbeschaffung von Apfelmus für die Armee. Damals hatten Vertreter der Schweizer Landwirtschaft beanstandet, dass trotz einheimischer Produktion ein italienischer Anbieter berücksichtigt worden war. Nun geht erneut ein grösserer Auftrag ins Ausland.
Christian Beutler/Keystone
Die Feldgerichte umfassen süsse sowie salzige Menüs mit Fleisch oder in vegetarischer Ausführung und dienen der Verpflegung von Soldaten im Einsatz. Sie bestehen aus gefriergetrockneten Komponenten, lassen sich mit heissem oder kaltem Wasser zubereiten und sind laut Armasuisse bis zu acht Jahre haltbar. Damit sollen sie auch zur Versorgungssicherheit in schwerwiegenden Mangellagen beitragen.
Nach Angaben von Armasuisse setzte sich der estnische Anbieter gegen sechs Mitbewerber durch. Ausschlaggebend seien die im Voraus festgelegten Qualitätskriterien und der Preis gewesen.
Brisant: Die Herstellerfirma wurde gemäss Inside Paradeplatz von der estnischen Armee vor einigen Jahren als Lieferantin ausgeschlossen. Dem Bericht zufolge wurden unter anderem Mängel bei Qualität, Lieferfristen und Kaloriengehalt beanstandet. Die Firma habe ihre Produkte anschliessend überarbeitet.
Armasuisse verweist auf das Ergebnis des Ausschreibungsverfahrens.