Brasilien hat seinen Botschafter aus Buenos Aires zu Konsultationen zurückbeordert und den argentinischen Botschafter einbestellt. Das teilte das brasilianische Aussenministerium mit. Anlass sind Äusserungen des argentinischen Präsidenten Javier Milei bei einem Auftritt in Brasilien.
Milei hatte bei der Nominierung des rechtsgerichteten Präsidentschaftskandidaten Flávio Bolsonaro den brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva als «Dieb» und «Häftling» bezeichnet. Zudem rief er dazu auf, dem «sozialistischen Abschaum» in Lateinamerika den Rücken zu kehren. Das brasilianische Aussenministerium erklärte, es gebe «keinen Präzedenzfall», dass ein ausländischer Staatschef auf brasilianischem Boden das Staatsoberhaupt, die demokratischen Institutionen und das brasilianische Volk derart angreife und beleidige.
Natacha Pisarenko/AP/Keystone
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Der Schritt gilt als schwerster diplomatischer Konflikt zwischen den beiden südamerikanischen Nachbarstaaten seit Jahrzehnten. Brasilien ist die grösste Volkswirtschaft Lateinamerikas und zugleich Argentiniens wichtigster Handelspartner. Milei bezeichnete während seines Besuchs zudem den brasilianischen Richter Alexandre de Moraes als «glatzköpfigen Müll», nachdem dieser ihm einen Besuch beim unter Hausarrest stehenden Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro untersagt hatte.