Bundeskanzler Friedrich Merz hat seine für kommende Woche geplante Reise zur Uno-Generalversammlung in New York abgesagt und bleibt angesichts des wachsenden Drucks auf seine Führung in Berlin. «Entgegen der ursprünglichen Planung wird der Bundeskanzler in der kommenden Woche nicht nach New York reisen, da seine Anwesenheit in Berlin erforderlich ist», teilte das Kanzleramt mit, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Eigentlich hätte Merz am Dienstag in New York den Henry-Kissinger-Preis entgegennehmen und vor der Uno-Generalversammlung sprechen sollen. Stattdessen will der CDU-Chef an Sitzungen der Parteiführung und der Unionsfraktion teilnehmen. Die Absage fällt in eine für Merz heikle Phase: Nach mehreren schwachen Wahlergebnissen wächst in der Union die Kritik am Kanzler.
Besonders schwer wiegt das Ergebnis in Sachsen-Anhalt vom 6. September. Dort erzielte die AfD einen starken Stimmenzuwachs, während die CDU deutlich verlor. Nun stehen am Sonntag Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin an. In Mecklenburg-Vorpommern liegt die CDU in Umfragen nur bei rund 7 Prozent. Bundesweit kommen CDU und CSU laut jüngsten Erhebungen zusammen auf 18 bis 20 Prozent und liegen damit hinter der AfD.
Zusätzlichen Druck erzeugen die hohen Energie- und Treibstoffpreise. Merz kündigte Entlastungen für Autofahrer an. Die Bundesregierung arbeite an Massnahmen gegen die hohen Spritpreise, konkrete Schritte und deren Finanzierung sind jedoch noch offen.
Merz weist Spekulationen über einen vorzeitigen Rückzug zurück und erklärt, seine vierjährige Amtszeit absolvieren zu wollen. Führende CDU-Ministerpräsidenten stellten sich inzwischen öffentlich hinter den Kanzler, die Weltwoche berichtet.