Die italienische Abgeordnetenkammer hat ein Gesetz verabschiedet, das den Weg für eine mögliche Rückkehr zur Atomenergie ebnen soll. Das Gesetz erlaubt keine neuen Kernkraftwerke, sondern ermächtigt die Regierung, innerhalb eines Jahres rechtliche Grundlagen für eine spätere Nutzung der Kernenergie auszuarbeiten.
Der Entwurf geht nun zur Beratung an den Senat. Erst nach einer endgültigen Verabschiedung könnte die Regierung entsprechende Durchführungsdekrete erlassen.
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Italien war nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 aus der Atomenergie ausgestiegen. Die letzten Kernkraftwerke wurden 1990 nach einer Volksabstimmung abgeschaltet. Frühere Pläne für eine Rückkehr zur Kernenergie wurden nach der Katastrophe von Fukushima 2011 gestoppt.
Energieminister Gilberto Pichetto Fratin erklärte nach der Abstimmung: «Heute haben wir damit begonnen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass das Land bereit ist, nachhaltige Kernenergie einzusetzen, sobald die neuen Technologien, auf die wir setzen, ausgereift und verfügbar sind, zu Beginn des kommenden Jahrzehnts.»
Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni setzt dabei insbesondere auf kleine modulare Reaktoren (SMR) und fortgeschrittene modulare Reaktoren (AMR). Oppositionsparteien und Umweltverbände kritisieren die Pläne.