Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) hat den Podcaster Benjamin «Ben» Berndt aufgefordert, eine Folge seines Podcasts «Ben ungeskriptet» mit dem Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke nachträglich zu überarbeiten. Nach Angaben der Behörde soll Berndt bis zum 30. Juni mitteilen, ob er den Beitrag auf den verschiedenen Plattformen angepasst und um eine Erläuterung ergänzt hat.
Hintergrund ist nach Angaben der LfM eine Passage über Höckes Strafverfahren wegen der mehrfach verwendeten Parole «Alles für D.». Die Medienanstalt sieht laut t-online den Verdacht, dass journalistische Grundsätze verletzt worden sein könnten, weil einer aus ihrer Sicht falschen Aussage nicht widersprochen worden sei. Die Behörde betont jedoch, bei dem Schreiben handle es sich noch nicht um ein förmliches Verfahren, sondern um einen Hinweis als «mildestes Mittel». Ein solcher Hinweis solle Anbietern Gelegenheit geben, mögliche Mängel vor einem Verwaltungsverfahren einzuordnen oder zu korrigieren.
Berndt veröffentlichte das Schreiben in einem Video in den sozialen Medien und kritisierte das Vorgehen als Eingriff in die Meinungsfreiheit. t-online erklärte er, es gehe ihm nicht darum, die beanstandete Aussage inhaltlich zu verteidigen. Er wolle jedoch den Beitrag nachträglich nicht verändern und nehme dafür ein mögliches Gerichtsverfahren in Kauf.
Die Folge mit Höcke wurde seit ihrer Veröffentlichung Ende April nach Angaben Berndts mehr als sechs Millionen Mal aufgerufen.