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Massenproteste in Italien: Marokkaner stirbt bei Polizeieinsatz

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Massenproteste in Italien: Marokkaner stirbt bei Polizeieinsatz
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Die Staatsanwaltschaft Bologna hat nach dem Tod eines 42-jährigen Mannes während einer Polizeifestnahme Ermittlungen gegen die beteiligten Einsatzkräfte eingeleitet. Nach Angaben der Justiz sollen die Umstände des Einsatzes sowie die Todesursache umfassend untersucht werden. Dazu wurden unter anderem die Aufnahmen der Bodycams der beiden Polizisten sichergestellt und zur Auswertung freigegeben.

Max Cavallari/EPA/Keystone
Demonstration in Bologna für Gerechtigkeit für Abderrahim Fakir
Max Cavallari/EPA/Keystone

Der Verstorbene ist der aus Marokko stammende Abderrahim Fakir, der seit seiner frühen Kindheit in Italien lebte, berichtet der Spiegel. Videos des Einsatzes verbreiteten sich seit Sonntag in den sozialen Medien und lösten landesweit Diskussionen aus. Die Aufnahmen zeigen, wie zwei Polizisten den Mann während mehrerer Minuten in Bauchlage am Boden fixieren. Zunächst ruft Fakir wiederholt um Hilfe, später bleibt er regungslos auf dem Asphalt liegen, während Hände und Füsse gefesselt werden. Erst danach wird er von Rettungskräften auf den Rücken gedreht und abtransportiert.

Warum die Polizei einschritt, ist bislang nicht geklärt. Nach italienischen Medienberichten erklärten die beteiligten Beamten, der Mann habe sich in einer psychiatrischen Ausnahmesituation befunden. Die Staatsanwaltschaft führt vorerst Ermittlungen gegen zwei Polizisten und vier Rettungskräfte.

Der Fall hat auch die politische Debatte über Polizeigewalt neu entfacht. Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini verteidigte das Vorgehen der Beamten und sprach von einem professionellen Einsatz. Die Grünen-Senatorin Ilaria Cucchi bezeichnete das Geschehen hingegen als «unmenschliche Tat» und warf der Regierung vor, ein Klima von Hass und Rassismus zu fördern.

Am Montagabend versammelten sich in Bologna Tausende Menschen zu einer Protestkundgebung. Angehörige Fakirs forderten «Wahrheit und Gerechtigkeit». Am Rand der Demonstration kam es zu Zusammenstössen mit der Polizei. Nach Behördenangaben wurden Böller auf Einsatzkräfte geworfen, die Polizei setzte Schlagstöcke und Tränengas ein.

Zusätzliche Kritik richtet sich gegen ein neues Sicherheitsgesetz der Regierung. Es sieht vor, dass Polizisten bei möglichen Rechtfertigungsgründen nicht mehr automatisch als Beschuldigte registriert werden. Kritiker sprechen von einem «Schutzschild» für Einsatzkräfte.

Der Fall erinnert an jenen von George Floyd («I can't breathe», 2020) aus den USA wie auch jenen aus Southampton von Student Henry Nowak.

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