Innerhalb von 24 Stunden haben nach Schätzung des spanischen Innenministeriums rund 49.000 Migranten aus Marokko die spanische Exklave Ceuta erreicht. Dies berichtet Reuters. Zuvor hatte Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo von mehr als 40.000 Grenzübertritten gesprochen. Damit würde die gegenwärtige Migrationsbewegung die Grenzkrise vom Mai 2021 deutlich übertreffen, als innerhalb von rund 36 Stunden etwa 8000 Menschen nach Ceuta gelangten.
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Nach dem Bericht überwanden zahlreiche Migranten die Grenzanlagen, indem sie bei Tarajal um den Grenzwellenbrecher herumschwammen. Die zahlenmässig unterlegenen Grenzkräfte hätten den Ansturm nicht aufhalten können. Das staatliche Aufnahmezentrum in Ceuta mit rund 500 Plätzen sei bereits vor dem massenhaften Zustrom überlastet gewesen. Ceutas Regierungspräsident Juan Jesús Vivas forderte die spanische Zentralregierung auf, eine nationale Notlage auszurufen. Ministerpräsident Pedro Sánchez lehnte dies laut Apollo News mit der Begründung ab, Migrationsströme rechtfertigten einen solchen Schritt nicht. Stattdessen entsandte die Regierung rund 200 zusätzliche Polizisten und 60 Soldaten.
Laut einem Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs von Anfang Juli dürfen Migranten, die Ceuta oder Melilla schwimmend erreichen, nicht mehr ohne individuelles Verfahren unmittelbar nach Marokko zurückgeführt werden. Da diese Verfahren Zeit benötigten, sichere die Ankunft in der Exklave einen längeren Aufenthalt.