Diesen Text publizierte Kira Kramer, Ressortleiterin des Online-Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, auf Linkedin. Vorausgegangen war eine Einladung von Weltwoche-Verleger und -Chefredaktor Roger Köppel nach Zürich. Er hatte ihr öffentlich zu ihrem «exzellenten Artikel» über sein Interview mit AfD-Politiker Björn Höcke gratuliert und ihr vorgeschlagen, das Thema «Deutsche Identität in gefährlichen Zeiten der Raubtiere und der Geopolitik» zu vertiefen. Wir dokumentieren ihre Antwort im Wortlaut.
Lieber Herr Köppel, ich lehne Ihre Einladung ab.
Vorgestern habe ich für die Frankfurter Allgemeine Zeitung über Roger Köppels Gespräch mit Björn Höcke geschrieben: darüber, wie in «Weltwoche daily» ein deutsches Opfernarrativ gesponnen wird und politische Agitation als Analyse durchgeht. (https://lnkd.in/ePv4Usux) Gestern hat der Weltwoche-Herausgeber darauf reagiert und mich auf X in seine Redaktion eingeladen. Auf einer Plattform, auf der ich nicht bin, er konnte nicht einmal einen Account taggen. Dabei hat er meine E-Mail-Adresse: Letztes Jahr, nach meinem Text über die Weltwoche und ihre Putin-Umarmung (https://lnkd.in/e38cEf2v) schrieb er mir noch persönlich und lud mich ein. Ich habe damals ebenfalls abgelehnt.
Sehr geehrte Frau Kramer, exzellenter Artikel. Es wäre interessant, mit Ihnen das Thema zu vertiefen: Deutsche Identität in gefährlichen Zeiten der Raubtiere und der Geopolitik. Gern lade ich Sie nach Zürich ein, das Sie vom Studium her ja kennen. @faznet https://t.co/LlAsVN6dkK
— Roger Köppel (@KoeppelRoger) June 10, 2026
Wer eine Einladung dorthin schickt, wo der Eingeladene sie womöglich gar nicht liest, obwohl ihm der direkte Weg offensteht, will zuvorderst keine Antwort. Er will ein Publikum. Die Geste der Offenheit ist dann keine Einladung mehr, sondern eine Aufführung für die eigenen Follower. Deshalb beantworte ich sie so, wie sie gemeint war: öffentlich.
Der Sinn dieses Posts ist demnach nicht, Köppel mitzuteilen, dass ich kein Interesse an einem persönlichen Treffen habe. Das dürfte er immer noch wissen. Es geht mir darum, Inszenierung und Kommunikationsstrategien offenzulegen.