Die Geburt des Kindes von Unionsfraktionschef Jens Spahn und seinem Ehemann Daniel Funke hat bei CDU und CSU eine parteiinterne Debatte über Leihmutterschaft ausgelöst. Spahn bestätigte gegenüber der Bild die Geburt eines Kindes, das von einer Leihmutter in den USA ausgetragen worden war. Die CDU hatte sich noch im Februar auf ihrem Bundesparteitag ausdrücklich gegen jede Form der Leihmutterschaft ausgesprochen. Derzeit ist die Leihmutterschaft in Deutschland nach dem Embryonenschutzgesetz verboten.
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Nach Angaben der Partei beschloss der Parteitag auf Antrag der Frauen-Union, Leihmutterschaft «auch in altruistischen Modellen» in Deutschland weiterhin zu verbieten. Begründet wurde dies mit dem Schutz vor Missbrauch, Ausbeutung und gesundheitlichen Risiken. Spahn nahm an dem Parteitag teil und hatte sich bereits als Gesundheitsminister gegen eine Lockerung des Verbots ausgesprochen.
Für Diskussionen sorgt nun vor allem der zeitliche Ablauf. Nach Informationen der Bild soll die Leihmutter Ende Februar bereits im vierten Schwangerschaftsmonat gewesen sein. Führende Vertreter der Union hätten davon jedoch nichts gewusst. Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz erklärte, Spahn habe ihn erst am vergangenen Freitag über die bevorstehende Geburt informiert. «Ich habe ihm dazu gratuliert», sagte Merz auf einer Pressekonferenz.
Innerhalb der Union wächst laut dem Bericht die Sorge vor einem Glaubwürdigkeitsproblem. Mehrere Parteivertreter befürchten, dass die klare Ablehnung der Leihmutterschaft mit Spahns privater Entscheidung nur schwer vereinbar sei. Nach Bild-Informationen räumte Spahn im Gespräch mit Vertrauten ein, dass ihm die politische Brisanz bewusst sei. Sein persönliches Familienglück habe für ihn jedoch Vorrang.