Die Queerbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Sophie Koch (SPD), warnt vor einer wachsenden Bedrohung queerer Menschen durch rechtsextreme Gruppen in Ostdeutschland. Besonders Christopher-Street-Day-Veranstaltungen (CSD) könnten dort nur mit einem grossen Polizeiaufgebot durchgeführt werden, erklärte sie der Rheinischen Post.
Koch verwies insbesondere auf die Sicherheitslage in Sachsen. Dort würden CSDs, vor allem im ländlichen Raum, mit zahlreichen Polizisten und weiträumigen Strassensperren abgesichert. «Mein Wunsch war immer, dass sich das an die Lage in westdeutschen Städten angleicht», sagte sie. Stattdessen bedrohten «immer jüngere rechte Netzwerke ganz gezielt die CSDs und die queere Community». In vielen westdeutschen Grossstädten sei die Situation deutlich entspannter. Als Beispiel nannte Koch eine Pride-Demonstration in Köln, bei der eine Kreuzung lediglich von einer Fahrradpolizistin abgesichert worden sei.
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Nach dem Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Day (CSD) vom vergangenen Wochenende zeigte sich Koch erschüttert. Zugleich appellierte sie an die Menschen, weiterhin an queeren Veranstaltungen teilzunehmen. «Die kommenden Tage sind dafür da, dass wir – auch als ganze Gesellschaft – uns die Zeit zum Trauern nehmen. Danach werden wir zeigen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen.»
Koch forderte darüber hinaus einen besseren Schutz queerer Menschen im Alltag. Nicht nur Grossveranstaltungen müssten sicher sein, sondern auch das tägliche Leben. Dazu brauche es bei der Polizei mehr Ansprechpersonen, «die die Lebenswelten queerer Personen verstehen». Ausserdem sprach sie sich für ein konsequenteres Vorgehen gegen Hassrede im Internet aus. «Es braucht einen Aufschrei der gesamten Gesellschaft, dass alle sagen: Stopp, bis hierhin und keinen Schritt weiter.»