Die deutsche Automobilindustrie sieht angesichts steigender Kosten und anhaltender Standortprobleme weitere Einschnitte bei Beschäftigung und Produktion als unausweichlich an. Das erklärte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller. Die Unternehmen müssten ihre Wettbewerbsfähigkeit mit Kostendisziplin, Personalanpassungen und tiefgreifenden Reformen ihrer Geschäftsmodelle sichern.
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Müller warnte, die bisherigen politischen Rahmenbedingungen gefährdeten zunehmend Arbeitsplätze und Produktionsstandorte. «Die Werke bei Herstellern und Zulieferern werden wir so nicht halten können», sagte sie. Um Standorte und Arbeitsplätze zu sichern, müssten Fabriken in Deutschland künftig auch für ausländische Hersteller geöffnet werden. Wer den Reformbedarf leugne, ignoriere die Faktenlage. Das sei «kurzsichtig und wegen seiner Konsequenzen unsozial».
Die Warnung des Branchenverbands fällt in eine Phase wachsender Spannungen zwischen Unternehmen und Gewerkschaften. Bei Volkswagen hat die IG Metall für Donnerstag zu einem bundesweiten Aktionstag an allen Konzernstandorten aufgerufen. Zeitgleich berät der Aufsichtsrat über weitere Sparmassnahmen. Nach einem Bericht des Manager Magazins könnte Volkswagen seinen Sparkurs deutlich verschärfen und weltweit bis zu 100.000 Stellen abbauen – doppelt so viele wie bisher geplant. Demnach stehen auch die Werke in Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm auf dem Prüfstand. Laut Spiegel könnte die Fahrzeugproduktion dort bis Ende 2034 schrittweise auslaufen.